Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer dieses Ereignis verpasst, der ist selber schuld.
Wissenswertes: Die Produktion der drei Teile verschlang mehr als eine halbe Milliarde Euro!
INHALT: Einst lebten die Zwerge unter dem einsamen Berg in unschätzbarem Reichtum. Dies endete, als der Drache Smaug sie aus ihrer Heimat vertrieb. Nun wollen die Zwerge ihr Reich zurückerobern und haben sich als Weggefährten Gandalf und den Hobbit Bilbo Beutlin ausgesucht.
MEIN SENF: Zehn Jahre ist es inzwischen her, dass Peter Jackson die Welt mit seiner Verfilmung der Herr der Ringe Trilogie in Atem hielt. Bis heute ist in meinen Augen keine Fantasy-Verfilmung dramaturgisch oder technisch besser gelungen. Kurz gesagt Der Herr der Ringe ist und war episch.
Leider vergleicht man den Hobbit zwangsläufig mit der Trilogie und darin könnte das einzige Problem liegen. Der Hobbit kann dem Vergleich nicht ganz standhalten und zwar aus folgenden Gründen:
1) Die Romanvorlage: Bei dem Herr der Ringe geht es um nicht weniger als das mögliche Ende von ganz Mittelerde. Scheitert Frodo, scheitern alle mit ihm. Beim Hobbit geht es knapp beschrieben um einen Haufen Zwerge, die zurück in ihren alten Berg wollen. Scheitern sie, so ist es auch nicht weiter tragisch für Restmittelerde.
2) Der Umfang. Der Herr der Ringe ist ein dreibändiges Epos. Der Hobbit hingegen ist ein einbändiges Kinderbuch. Wenn man ein solches Werk in insgesamt fast neun Stunden Film verwandelt, lassen sich kleine Längen nicht vermeiden.
3) Die Charaktere. Wer erinnert sich nicht, wie Aragorn zum ersten Mal seine Kapuze lüftete, Legolas bei seiner Ankunft in Bruchtal einen Adlerblick in die Kamera warf oder Eomer zum ersten Mal mit seinem Pferd ins Bild ritt. 13 Zwerge, ein Hobbit und ein alter Zauberer wirken im Vergleich dazu doch etwas weniger heroisch.
Wieso Der Hobbit trotzdem ein Wahnsinn ist: Es ist so schön wieder nach Mittelerde zurückzukehren. Die Bilder, die Charaktere und die fantastischen Abenteuer. Die diversen Verbindungen zu der Herr der Ringe Trilogie lassen jedem Fan das Herz aufgehen. Wenn wir zum Beispiel wieder Galadriel (Cate Blanchett), Elrond (Hugo Weaving), Frodo (Elijah Wood) oder den alten Bilbo (Ian Holm) sehen, der bekannte Soundtrack ertönt oder Gollum (der inzwischen dank des Fortschritts der Technik noch besser aussieht) mit sich selbst spricht. Andy Serkis hat sich übrigens endlich einen Oscar verdient. Was er aus der Figur des Gollum gemacht hat und wie er die Technik des Motion Capture prägt, ist beeindruckend. Er verleiht seinen animierten Figuren mehr Leben und Emotionen als so mancher Schauspieler.
Der Hobbit steht für all das, was Kino ausmacht. Großartige Bilder, tolle Schauspieler, Action, Emotionen, ein atemberaubender Soundtrack und 170 Minuten, die einem trotzdem kurz vorkommen. Popcorn-Kino im epischen Tolkienstil. Neben den Avengers ist der Hobbit das Größte, was das Kino dieses Jahr bieten konnte und kann. Es wäre beinahe eine Schande sich diesen Film auf der großen Leinwand entgehen zu lassen. An manchen Stellen mag man merken, dass einige Dialoge in die Länge gezogen worden sind, aber dann kann man immer noch die schöne Landschaft Neuseelands bewundern. Spätestens wenn die Zwerge das Lied über ihre Heimat singen, hat der Film es geschafft den Zuschauer mit zu reißen. Und auch die neuen Schauspieler sind ausgezeichnet gecastet. Martin Freeman als Bilbo Beutlin ist unglaublich sympathisch und auch die Zwerge sind eine illustre Truppe, allen voran Richard Armitage als Thorin Eichenschild, der sogar einem Zwerg Größe verleihen kann.
Auch zu der viel diskutierten neuen Technik wollen wir ein Wort verlieren. HFR ist der nächste Schritt nach Blu-Ray und HD und bedarf definitiv einer kurzen Eingewöhnungszeit. Anfangs wirkt das Bild wie ein 3D-Wackelbild, wie gar nicht gefilmt sondern komplett animiert. Aber hat man sich erst daran gewöhnt, dann macht die neue Technik richtig Spaß. Die doppelt so vielen Bilder pro Sekunde machen das Bild schärfer, was besonders in schnellen Szenen auffällt. Dadurch ist der 3D-Effekt auch deutlich angenehmer für das Auge. Vor allem scheint Peter Jackson auch ein sehr angenehmes Verständnis von 3D-Filmen zu haben. Es geht viel weniger darum, den Film aufzuwerten, mit kleinen Vögeln und Schmetterlingen die scheinbar auf den Zuschauer zu fliegen. Statt dessen wird der Film durch das 3D unterstüzt. Die wunderschönen Landschaften wirken unglaublich plastisch und auch die Tiefen sind gestochen scharf. Peter Jackson ist technisch also wieder einmal einen Schritt weiter gegangen, als andere es bisher getan haben.
Wer sich den Hobbit ansieht, der sollte die paar Euros für die 3D-Version und auch für die HFR-Technik unbedingt ausgeben. (Aber vorher informieren: Die neue Technik kann nicht in allen Kinos abgespielt werden!)
Fazit für Lesefaule: Wer Der Herr der Ringe liebt, der wird den Hobbit sehr gerne haben.
Steffi
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