Montag, 4. März 2013

Hänsel und Gretel Hexenjäger

Wer sollte sich den Film ansehen? Wer Lust auf etwas neues, skurriles und weder dramatisch noch ernstes hat. Wenn man die Dialoge und den Inhalt mal weglässt, so erinnert der Spieltrieb in der Ausübung des überzogenen Abmetzelns etwas an Tarantino.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer den Anspruch sucht und das Blut meidet.

Wissenswertes: Tatsächlich sollte der Film bereits im März 2012 veröffentlicht werden. Da Renners Auftritte in The Avengers und Bourne ihn jedoch in die Hollywood A-Liga schießen sollten, wartete man diese Bekanntheitssteigerung noch ab.
Der Film wurde in deutschen Wäldern und im Filmpark Babelsberg gedreht.

INHALT: In Augsburg gehen die Hexen um. Gut, dass es die Waisen Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) gibt. Seit dem sie in ihrer Kindheit eine besonders garstige Hexe niedergestreckt haben, sind sie im Hexenjägergeschäft. In Augsburg planen die Hexen jedoch etwas Großes, was auch die Geschwister anfangs nicht durch schauen....







UNSER SENF: Hänsel und Gretel war noch nie eine herzerwarmende Geschichte. Da werden zwei unschuldige Geschwister ausgesetzt und hinterlistig in ein Pädo-Hexenhaus gelockt. Und die alte Sabberhexe hat das aufwändige Zuckerhaus nur aus einem Grund gebaut: Sie will Hänsel mesten, backen und abschließend essen. Aber kein Problem: die Kinder stoßen die grausige Alte einfach selbst in den Ofen.
Die Geschichte war also noch nie etwas für Zartbesaitete. Aber Tommy Wirkola hebt das ehrwürdige Märchen auf ein ganz neues Level und macht kurzerhand einen feinen Splatter daraus. Wirkola könnte einigen bereits von der Horror-Komödie Dead Snow bekannt sein. Zombienazis erheben sich hier aus dem kalten Schnee Norwegens um unschuldige Urlauber zu zerlegen. Wer diesen Film im Hinterkopf hat, sollte sich bei Hänsel und Gretel Hexenjäger über nichts mehr wundern.
Der Film ist so derbe wie er lustig ist. Da fetzt es ein Körperteil nach dem anderen ab, oder den ein oder anderen zersprengt es gleich komplett. Da wird man Hexen gegenübergestellt, die auf dem Boden robben oder eingewickelt sind. Direkt daneben findet sich jedoch eine die tatsächlich ekelerregend aussieht.
Was die Schauspieler angeht, so sein wir ehrlich: Gemma Arterton und Jeremy Renner müssen eher dekorativ als schauspielerisch stark sein. Das liegt nicht daran, dass sie nicht in der Lage wären, sondern schlicht am Raum den ihnen das Drehbuch gibt. Den Charakteren fehlt es die Reihe durch an Tiefe und die einzelnen Schicksale berühren den Zuschauer wenig bis gar nicht.
Aber darum geht es ja auch gar nicht, denn verdammt sind die beiden cool! Da interessiert es nicht mal mehr, dass Hänsel mit unglaublich großen Schusswaffen durch die Wälder streift (Echt jetzt! Woher hätte man damals solche Riesenknarren haben sollen?). Das absolute Maximum an Coolness ist erreicht, wenn Hänsels Ausspruch ertönt: "Don't eat the fucking candy."
Wer nicht versteht, dass Wirkola den Inhalt seiner Filme nicht ganz so ernst nimmt und wer irrwitziges Abmetzeln mit absurd viel Blut nicht sehen kann, ist hier falsch. Aber wer Lust auf 88 Minuten Hau Drauf mit reichlich Witz hat, der kann einen Besuch wagen. Ärgerlich ist jedoch das unnütze 3D, wohinter definitiv nicht mehr als der Wunsch nach Gewinnmaximierung stand.
Ach übrigens: Die Moral von der Geschicht...die gibt es hier wohl irgendwie...nicht.

Fazit für Lesefaule: Hier rumpelts im Märchenwald. Wenn an mehr Märchenfilme so rangegangen werden würde, hätte ich nichts dagegen.

Steffi

Sonntag, 3. März 2013

Trailer

Das Kinojahr 2013 wird wieder Einiges bieten. Bekannte Geschichte werden uns mit Fortsetzungen beglücken, einige Fantasy-Liebesgeschichten werden den Markt fluten. Es wird geballert, gebliebt und geschockt werden.
Und zu dem letzten Punkt wollen wir euch drei Trailer vorstellen, die uns das Blut jetzt schon in den Adern gefrieren lassen.

Wie immer gibt es natürlich ein Remake. Leatherface kehrt zurück und hat - ist doch klar- seine Kettensäge dabei. Und das tolle: Das ganze gibt es in 3D um den Gewinn für die Produzenten zu maximieren.




Der Trailer zu Evil Dead verspricht, dass der Film furchtbar wird. Man kann nur hoffen, dass der Film nicht noch mehr Widerwärtiges als der Trailer bereit hält. Wir wissen nicht wie es euch geht, aber uns hat der Trailer verstört.




Und zum Abschluss gibt es noch die Megahollywood Produktion World War Z. Den Trailer haben wir euch zwar bereits gezeigt, aber an Brad Pitt als Zombiejäger muss man sich erst einmal langsam gewöhnen. Ob die Zombiereizüberflutung bald ein Ende haben wird? Wahrscheinlich nicht.




Ist was für euch dabei?

Flight

Wer sollte sich den Film ansehen? Ganz sicher gibt es sogar bei diesem Film den ein oder anderen, dessen Geschmack getroffen wird. Wer diese Person ist, mag ich mir jedoch beim besten Willen nicht vorstellen.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Unserem Auftrag als Movienerds folgend kann ich nur eins raten: Das Kinogeld lieber in einen anderen Film investieren!

Wissenswertes: Der Absturz ist inspiriert von einem wahren Ereignis. Die Alaska Airlines 261 war ebenfalls in einem extrem schnellen Sinkflug. Die Piloten versuchten damals ebenfalls den Sturzflug abzuwenden, in dem sie das Flugzeug umdrehten. Anders als im Film scheiterte das riskante Manöver jedoch.

INHALT: Captain 'Whip' Whitaker (Denzel Washington) bekommt eigentlich nichts auf die Reihe. Seine Ex-Frau und sein Sohn wollen nichts von ihm wissen, es sei denn es geht um finanzielles. Die Leere bekämpft er mit Alkohol und Drogen. Das einzige was er noch unter Kontrolle hat ist das fliegen: trotz 2,4 Promille landet er ein Flugzeug auf unglaubliche Art und Weise und rettet 100 Menschen das Leben. Aber seine Alkoholsünden sollen nicht ungesühnt bleiben...

 


UNSER SENF: Manchmal passiert es einfach. Hollywood schmeißt die Trailermaschinerie an und schon verschwendet man 138 Minuten seiner kostbaren Lebenszeit. So geschehen bei Flight. Ein ansehnlicher Trailer der ein spannendes Drama mit einem großen Konflikt verspricht und oben drauf gibts noch den großen Hollywoodschauspieler Denzel Washington.
Regisseur Robert Zemeckis hatte bisher eigentlich auch mit Forrest Gump und Cast Away Talent bewiesen.
Bei Flight geht die Rechnung jedoch überhaupt nicht auf. Die ersten 15 Minuten sind noch spannend, da sieht man einen Horror-Flugzeugabsturz und einen stockbesoffenen Piloten, der die Maschine auf spektakuläre Weise landet (nach Expertenmeinung jedoch total unrealistisch). Im Vergleich zum Flugzeug im Film, stürzt Flight leider total ab.
Vielleicht wäre der nötige Schritt ganz einfach gewesen: Den verstaubten zwei Stunden Streifen auf 90 Minuten runterbrechen. Aber Zemeckis ist nicht gerade bekannt für seine kurzen Filme (Cast Away: 143 min; Forrest Gump: 141 min). Und so sitzt man das ein oder andere mal ratlos da, mustert die Uhr und wundert sich, wie lange dieser zähe Kaugummi sich wohl noch ziehen kann. Drama der unschönen Art wird einem hier geboten mit lauter unnötigen Charakteren und einem unsympatischen Hauptdarsteller. Wie Denzel Washington für diese Rolle eine Oscarnomienierung erhalten konnte ist eigentlich das größte Rätsel von Flight. Man kann nur hoffen, dass die Erfolgsaussichten gering sind. Für jede Situation hat er sich für Pilot Whitaker die Allzweckwaffe ausgedacht: auf den Zähnen rumkauen und die Zunge in die Backe schieben. Seine Freundin verlässt ihn, er kaut. Er kann der Flasche nicht wieder stehen, Zunge in die Backe. Die Presse lauert ihm auf, kurz kauen und dann noch die Zunge in die Backe. Am Anfang wundert man sich noch über die schauspielerische 'Vielfalt'. Gegen Ende wird es lästig. (Ja, uns ist bewusst, dass das ein Zeichen von Kokainabhängigen ist, aber als Schauspieler sollte man sich nicht nur auf diese eine Mimik verlassen.)
Auch die Geschichte vermag nicht zu überzeugen. Das jede Wendung voraussehbar ist, kann man vielleicht noch verzeihen, aber das der Film teilweise an Washingtons Popcornstreifen Dejavu erinnert, nicht. Inhaltlich gibt es natürlich keine Parallelen, aber letztendlich passiert immer das gleiche: Er verspricht sich zu bessern, stürzt jedoch wieder ab und wieder und wieder. Das ganze wird natürlich durch ein 'überraschendes' Gutmenschfinale gekrönt.
Furchtbar anzusehen ist auch der Umgang mit Drogen. Da versucht man in einer Szene den Wahnsinn und die Zerstörungskraft von Drogen zu zeigen, nur um in der nächsten Szene witzig und unterhaltsam damit umzugehen. Nebenbei muss sich der Zuschauer außerdem mit ganzen drei Frauen in Whitakers Leben auseinander setzen. Eine Ex-Ehefrau, eine Affäre und eine Seelenverwandte die ebenfalls im Drogensumpf gefangen ist. Hätte man nicht so viele dramatische Baustellen aufgezogen, hätte man vielleicht die notwendigen 50 Minuten vom Film wegstreichen können.

Fazit für Lesefaule: Autsch! Große Hollywoodbruchlandung!

Steffi

Montag, 28. Januar 2013

Movie 43


Wer sollte sich den Film ansehen? Liebhaber heißer Schokolade, denn hier wird wirklich alles durch den Kakao gezogen.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer Späße auf Kosten anderer verabscheut und jedes Wort auf die Goldwaage legt, sitzt hier eindeutig falsch. 

Wissenswertes: Peter Farrelly soll auf die Idee des Titels Movie 43 gekommen sein, als er einer Unterhaltung zwischen seinem Sohn und dessen Freund zuhörte. Die beiden unterhielten sich begeistert über ein "obercooles" Internetvideo, das die Runde machte und Movie 43 heißen sollte. Als er der Sache auf den Grund ging, stellte sich heraus, dass es ein Onlinevideo unter besagtem Titel gar nicht gab. Und so wurde Movie 43 kurzer Hand zum Titel des Kinofilms. 

INHALT: Zwei Jugendliche laden ein selbstgedrehtes Video hoch und freuen sich darüber, dass die Zahl der Views ansteigt. Als sie erfahren, dass der jüngere Bruder des einen dahinter steckt und die Zahl nur fingiert ist, wollen sie sich rächen. Sie erzählen ihm von einem sagenumwobenen Video, das einen reich und glücklich macht, wenn man es sich bis zum Ende ansieht: Movie 43. Und so begeben sie sich im Internet auf die Suche danach und entdecken so mancherlei Unsinn.


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MEIN SENF: Movie 43 ist kein Film im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr eine Aneinanderreihung praller Sketche, die durch eine dünne Rahmenhandlung verbunden sind. Das klingt zunächst nicht allzu verlockend. Was ist das schon für ein Film, wenn es keine wirkliche Handlung gibt? Ein äußerst sehenswerter. Was anfangs zusammenhanglos wirkt, macht schon bald süchtig, denn jeder kurze Film ist für sich ein kleines Feuerwerk aus Lachern, sodass man den nächsten gar nicht mehr abwarten kann. Eines muss jedoch gleich klar gestellt werden: Das hier ist Humor der bitterbösen Art. Niveaulos, stumpfsinnig, politisch unkorrekt, voller Vorurteile, blutig und so gut wie immer unter der Gürtellinie. Ein Gag übertrifft den nächsten und wenn man sich denkt Böser kann es kaum noch werden, dann wird es genau das. Das Verrückte daran ist, dass unerwarteterweise bekannte Hollywoodgrößen an den anstößigen Sketchen mitwirken und ihren Sinn für schwarzen Humor bekennen. Wer hätte gedacht, dass die schöne Halle Berry sich dazu herablässt, einem blinden Kind vor den Augen seiner Familie die Geburtstagskerzen auszupusten, bevor es selbst dazu gekommen ist? Oder dass Anna Faris (Scary Movie) sich auch mal anschei**n lassen möchte? Selbst Kate Winslet, Hugh Jackman, Gerard Butler (Ja, er ist der kleine Kobold.), Uma Thurman, Naomi Watts, Justin Long, Richard Gere, Emma Stone und viele Weitere sind sich nicht zu Schade für diesen kurzweiligen Spaß. Keiner der Darsteller stößt an seine schauspielerischen Grenzen oder schöpft sein Potenzial voll aus. Hier legt garantiert niemand eine Glanzleistung ab, aber darum geht es hier auch gar nicht. Man sieht den Schauspielern dafür ihren Spaß an der Arbeit an und sogar Richard Gere nimmt sich hier selbst nicht ernst. Es ist mutig und befreiend, über alles lachen zu dürfen, ohne dass jemand pikiert mit dem Zeigefinger droht. Da macht sogar die falsche Werbung zwischendurch Spaß. Vielleicht sollte noch bemängelt werden, dass der Anspruch hier umsonst gesucht wird. Der Film hat keinerlei Tiefgang und ist kein künstlerisches Wunderwerk, aber das verspricht ja auch niemand. Dafür gibt es hier gute Laune und kurzweilige Unterhaltung fiesester Art.

Fazit für Lesefaule: Kopf ausschalten, ansehen, lachen.

Sophie

Mittwoch, 23. Januar 2013

Django Unchained

Wer sollte sich den Film ansehen? Wer zum Anfang des Jahres Lust auf großartige Schauspieler, viel Blut und eine Menge skurrilen Tarantino-Humor hat.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer Probleme mit Gewalt und Blut hat, der sollte Django Unchained genau wie alle anderen Tarantino Filme besser meiden.

Wissenswertes: Eigentlich wurde die Rolle des Django zuerst Will Smith angeboten. Der lehnte entgegen der Empfehlung seiner Berater ab.
Die Szene, in der Leonardo DiCaprio auf den Essenstisch haut, endete für ihn blutig. Er schnitt sich an einem zerbrochenen Glas, blieb jedoch in der Rolle und diese Szene wurde für den endgültigen Schnitt genutzt. Ein echter DiCaprio kennt eben keinen Schmerz.

INHALT: Der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz braucht die Hilfe des Sklaven Django um seine nächsten Ziele ausfindig zu machen. Nach erledigter Mission fühlt er sich für den nun freien Mann verantwortlich und hilft dessen Frau Broomhilda von dem Plantagenbesitzer Calvin Candy zu befreien.




MEIN SENF:  Das Quentin-Tarantino-Universum hat feste Größen. Übertrieben viel Blut spritzt, die Dialoge sind lang und schrammen haarscharf zwischen Schwachsinn und Kult hin und her und der tiefere Sinn geht so manchmal verloren auf der Suche nach einem möglichst absurden Cameo-Leinwandtod des Regisseurs selbst. Aber der Mann mit dem IQ von 160 und seine Filme sind nicht umsonst unsterblich.
Kaum jemand kann eine Geschichte so unterhaltsam inzenieren und selbst die bizarrsten Szenen bitterernst angehen. Das beginnt schon beim Soundtrack. Da kommt beispielsweise ein komplett deplatziertes Gangster Hip Hop Werk in einem Film, der im 19. Jahrhundert spielt und das Verrückteste ist, dass es perfekt passt.
Django Unchainend reiht sich nahtlos in die Tarantino Filmografie ein. Da werden Leichen zerschossen, bis auch der letzte Fleck weißer Wand blutgetränkt ist. Da kleidet sich ein schwarzer Sklave in einen blauen, barocken Hosenanzug und nimmt süße Rache. Da haben inzestöse Südstaatler Artikulationsschwierigkeiten. Aber eine neue Konstante hat sich scheinbar ins Tarantino-Universum gedrängt. Ein deutschsprachiger Schauspieler namens Christoph Waltz, der seit seiner Darstellung des Hans Landa in Inglorious Bastards die gegelten Hollywoodmimen alt aussehen lässt. Und auch wenn er als Nebendarsteller für Django gerade einen Golden Globe erhalten hat und außerdem für einen Oscar nominiert ist, ist er die eigentliche Hauptrolle des Films. Der Film wirkt wie um ihn herum drapiert und lebt und stirbt mit Waltz. Er spielt unkonventionell, ironisch und immer überlegen. Und es ist nicht irgendwer, den er hier an die Wand spielt. Jamie L. Foxx, Samuel J. Jackson und Kerry Washington liefern gute Leistungen ab und es ist erfrischend Leonardo DiCaprio mal nicht in einem Biopic zu sehen, sondern als schmierigen Bösewicht. Aber Waltz ist wie in Inglorious Bastards omnipräsent und einfach nur großartig. Der Oscar muss dieses Jahr wieder an ihn gehen.
Django Unchained ist nicht der kürzeste Film und verliert am Ende etwas an Fahrt und Spannung, aber der Film bietet so viele großartige Momente, dass man darüber sehr gerne hinwegsieht. Und wem es doch zu lang ist, der kann sich in der ersten Hälfte des Film auf eine der witzigsten Szenen aller Zeiten freuen.


Fazit für Lesefaule: Selten liegt der Duft von Kult so in der Luft wie bei Django Unchained. Sofort wird einem bewusst, dass das, was man da auf der großen Leinwand sieht, noch in Jahren zitiert und gehypt werden wird.
Steffi

Dienstag, 22. Januar 2013

Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger


Wer sollte sich den Film ansehen? Jeder, der noch an Wunder im Leben glaubt. Und natürlich alle, die ihren Augen ein buntes Feuerwerk gönnen wollen.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer sich an nicht ganz realistischen Geschichten stört.

Wissenswertes: Ein echter Tiger ist dank Computeranimationen so gut wie nie zu sehen. Lediglich einige Aufnahmen im Wasser zeigen tatsächlich einen Tiger.

INHALT: Pis (Suraj Sharma) Vater ist Zoobesitzer und will, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, nach Amerika auswandern. So wollen sie Indien mit einigen Zootieren auf einem Dampfer verlassen, das Schiff wird allerdings von einem Sturm erfasst und Pi findet sich als einziger Überlebender auf einem Rettungsboot wieder. Bald stellt er jedoch fest, dass es auch der Tiger Richard Parker auf das Boot geschafft hat.

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MEIN SENF: Ein Tiger und ein Junge in einem Boot. Na und. Diese Situation bietet nicht sonderlich viel Raum für eine Handlung, aber die Bilder sind vielleicht ganz hübsch. Scheinbar haben sich bereits viele eine festgefahrene Meinung zu Life of Pi gebildet, ohne den Film überhaupt gesehen zu haben. Das ist ziemlich schade, da der Film noch einiges mehr (neben dem Meer) zu bieten hat.
Zunächst zum Offensichtlichen: die hochgelobten Bilder. Ganz gerechtfertigt wird im Trailer fast arrogant mit grandiosen Aufnahmen angegeben. Es raubt einem tatsächlich fast den Atem, wenn Pi mit seinem Tiger über das Meer tuckert und seine Geschichte erzählt. Life of Pi ist auch endlich ein Film, für den es sich lohnt, die 3D-Brille aufzusetzen und ich will mich als 3D-Gegner nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber Der Hobbit ist ein kleines 3D-Lichtlein dagegen. Das ist aber nur meine subjektive Meinung. Bereits die farbenprächtigen Anfangsaufnahmen der Zootiere sind beeindruckend und lohnen einen Besuch. Spätestens, wenn der Sturm das Schiff in die Tiefe reißt, hat der Film einen in seinen Bann gezogen. Man befindet sich mitten im Geschehen und wundert sich nur, dass einem kein Wasser ins Gesicht spritzt.
Ganz klarer Star des Films ist Suraj Sharma, der mit seinen 19 Jahren erstaunlich authentisch spielt. Der einzige, der ihm gelegentlich die Show stiehlt, ist Richard Parker. Natürlich schimmert gelegentlich durch, dass der Tiger nicht ganz real ist, aber das vergisst man schnell.
Wer nicht glauben will, dass Pis Reise Erzählstoff bietet, der irrt. Das sensible Band, das sich langsam zwischen Pi und Richard Parker aufbaut, wird vor allem von den gemeinsam durchgestandenen Erlebnissen getragen und nicht zuletzt vom Kampf ums Überleben. Die Spannung zwischen den beiden Charakteren ist teilweise fast greifbar, denn jeden Moment droht die Situation zu kippen.
Was anfangs etwas befremdlich wirken kann, sind die fast menschlich wirkenden Gesichtszüge einiger animierter Tiere. Es erinnert unweigerlich an einen dieser Kinderfilme mit sprechenden Hunden. Dennoch ist Life of Pi alles andere als ein Kinderfilm, vielmehr ein buntes Märchen für Erwachsene und man sollte sich unvoreingenommen darauf einlassen.

Fazit für Lesefaule: Eine wunderschön anzusehende Geschichte um Hoffnung, Fantasie und den Glauben an sich selbst mit dem Hauch einer Moral.

Sophie

Dienstag, 15. Januar 2013

Und wer darf sonst noch auf den Oscar hoffen?


Bester Nebendarsteller

http://images.hitfix.com/photos/2387006/Alan-Arkin--Argo_gallery_primary.jpg Alan Arkin (Argo)
















http://images.contactmusic.com/images/m4vstill/silver-linings640.jpgRobert De Niro (Silver Linings)












http://themodernallegory.com/wp-content/uploads/2012/06/Philip-Seymour-Hoffman-The-Master.jpgPhilip Seymour Hoffman (The Master)








http://cdn1.screenrant.com/wp-content/uploads/Tommy-Lee-Jones-in-Lincoln-2012.jpgTommy Lee Jones (Lincoln)









http://cdn-images.hollywood.com/site/Django_620_122812.jpgChristoph Waltz (Django Unchained)













Beste Nebendarstellerin
 
http://www.aceshowbiz.com/images/still/the-master09.jpgAmy Adams (The Master)











http://dljh1964.files.wordpress.com/2012/09/article-2203102-1501ff21000005dc-276_634x387.jpgSally Field (Lincoln)










http://i.telegraph.co.uk/multimedia/archive/02434/Anne-Hathaway_2434635a.jpgAnne Hathaway (Les Misérables)
















http://thesevensees.com/wp-content/uploads/2012/10/The-Sessions-Hunt-bed.jpgHelen Hunt (The Sessions)









http://theimpactnews.com/wp-content/uploads/2012/11/SILVER-LININGS-CAR-MOMENT1.jpg
Jacki Weaver (Silver Linings)