INHALT: Ein Mann (Viggo Mortensen) hat nur ein Ziel: Seinem Sohn (Kodi Smit-McPhee) und sich das Überleben zu sichern. Das gestaltet sich in der postapokalyptischen Welt des Films allerdings nicht ganz so leicht. Alles ist tot und karg und Nahrung lässt sich kaum finden. Die einzige Hoffnung auf eine Zukunft sieht er in der Küste, zu der er mit seinem Sohn wandert, ständig in der Furcht, anderen Überlebenden als Nahrungsquelle zu dienen.
MEIN SENF: Der im Jahre 2010 erschienene Film ist zwar nicht brandneu, dafür aber gerade im Jahr des "Weltungergangs" (Ja, wir wissen, dass der Maya-Kalender 2012 eigentlich nur aufhört und kein Weltende weissagt, wie die Medien es auslegen.) aktueller denn je. Regisseur John Hillcoat verfilmte mit The Road den gleichnamigen Roman von Cormec McCarthy, der 2006 erschien. Der Schauplatz der Handlung ist eine karge graue Landschaft, die nach einem Brand, der fast alles Leben auf der Erde zerstörte, nur noch wenige Lebensnischen bereit hält. Den Grund für das Endzeitfeuer erfährt der Zuschauer nicht. Genauso bleiben der Hauptdarsteller und sein Sohn im Film namenlos. Doch das verdichtet die drückende Atmosphäre des Filmes und lässt die Geschichte umso realitischer wirken. Sowieso scheint der Endzeitfilm der Realität einer einsamen Zukunft sehr nahe zu kommen. Wenn es einen alles vernichtenden Brand geben sollte, könnte die Situation danach so trost- und perspektivlos aussehen wie hier. Der Streifen hält weniger Science-Fiction und Katastrophen-Szenarios parat, zeigt dafür mehr vom "Danach" und der menschlichen Psyche in einer solchen Situation. Zwar kein abgrundtiefer Trip in die Tiefen der menschlichen Seele, aber doch eine ansehnlich dargestellte Entwicklung des Menschen in Isolation und Angst. Ab und zu flimmert in Rückblenden auch Charlize Theron als Viggo Mortensens Frau über den Bildschirm. Schön anzusehen sind auch die postapokalyptischen fast malerischen Bilder der kalten leblosen Landschaft.
Da nicht sehr viel geredet wird, erhöht man die Wortzahl mit den Gedanken des Protagonisten aus dem Off. Viggo "Aragorn" Mortensen legt eine beeindruckene One-Man-Show aufs Parkett, wirkt gegen Ende allerdings doch arg paranoid, was wohl eher dem Charakter als seiner Schauspielkunst geschuldet sein dürfte. Der sonst nüchterne Film hat natürlich auch einige sentimentale Momente, besonders am Ende, die zwar ziemlich an Hollywood erinnern, es aber dafür schaffen, die Distanz zum Publikum zu brechen. Alles in allem bietet der Film kurzweilige und interessante anderthalb Stunden, in denen wir mal voller Mitleid, mal voller Ekel und Abneigung und dann wieder mit Verständnislosigkeit und Erleichterung auf den Bildschirm starren werden.
Sophie