Mittwoch, 5. Dezember 2012

DVD: 50/50 Freunde fürs (Über)leben

"Niemand will mich vögeln. Ich seh aus wie Voldemort."

INHALT: Adam (Joseph Gordon-Levitt) ist 27 als bei ihm Krebs diagnostiziert wird. Seine Überlebenschancen stehen 50 zu 50. Weder er noch seine Freunde und Familie wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Die Geschichte beruht auf dem Leben von Drehbuchautor Will Reiser. Seth Rogen spielt nicht nur in 50/50 den besten Freund von Adam, auch im tatsächlichen Leben hat er Will Reiser bei seinem Kampf gegen die Krankheit begleitet.



UNSER SENF: Eine Sache haben Regisseur Jonathan Levine und ich gemeinsam: Wir beide mögen kurze Filme. Und so ist 50/50 ein kleiner, feiner Film, der eine herzerwärmende Geschichte erzählt und das ganze in kompakten 96 Minuten. Auch wenn Adams Krankheit die ganze Zeit präsent ist, so sind es doch eher die zwischenmenschlichen Beziehungen, die den Inhalt bestimmen. Frei nach dem Motto "Humor ist, wenn man trotzdem lacht", versucht Adams bester Freund Kyle (Seth Rogan) nicht nur Adam sondern auch sich selbst abzulenken. Bei solch einer Thematik besteht immer die Gefahr, dass der Film zu gefühlsduselig wird, oder ein ernstes Thema so ernst präsentiert wird, dass es einem noch Stunden schwer im Magen liegt. 50/50 meistert gekonnt den Spagat zwischen todernstem Thema und unglaublich witzigen Dialogen. So ist die witzigste Szene des Films zu einem der undenkbarsten Zeitpunkte. Adam bekommt seine erste Chemotherapie und erhält von den Mitpatienten selbstgebackene Haschkekse. Nach dem Verzehr einiger Kekse wirkt das Krankenhaus und seine Atmosphäre plötzlich ganz anders auf ihn. Die schönsten Momente liefert der Film wann immer Adam und Kyle aufeinander treffen oder wenn Adam mit seinen Freunden aus der Chemotherapie zusammen ist. Dass Drehbuchautor Will Reiser selbst eine Krebserkranung hatte, merkt man 50/50 positiv an. Der Krebs wird weder beschönigt noch dramatisiert, stattdessen einfach realistisch dargestellt.

Kyle (Seth Rogan) findet seine eigenen Ideen bei der
Ausführung teilweise gar nicht mehr gut.
Der Film erinnert vom Stil und Humor sehr an die Independent Produktion (500) Days of Summer, was zu großen Teilen sicher auch an Joseph Gordon-Levitt liegt. Sein Spiel ist so authentisch wie beruhigend und in seinem Gesicht spiegelt sich seine komplette Gefühlswelt wieder. Ein Schauspieler, dessen Ausstrahlung so angenehm ist, dass man ihm Stunden zu sehen könnte. Aber auch der Rest des Casts macht seine Sache gut. Eine Ausnahme ist vielleicht Anna Kendrick, bekannt aus der Twilight-Saga, die unsicher und gleichzeitig überdreht wirkt. 50/50 Freunde fürs (Über)leben ist ein ruhiger Film ohne Krawall, aber mit viel Gefühl. Durchaus sehenswert.

DVD-INFOS: Deleted Scences und The Story of 50/50

Steffi

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