Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer den Anspruch sucht und das Blut meidet.
Wissenswertes: Tatsächlich sollte der Film bereits im März 2012 veröffentlicht werden. Da Renners Auftritte in The Avengers und Bourne ihn jedoch in die Hollywood A-Liga schießen sollten, wartete man diese Bekanntheitssteigerung noch ab.
Der Film wurde in deutschen Wäldern und im Filmpark Babelsberg gedreht.
INHALT: In Augsburg gehen die Hexen um. Gut, dass es die Waisen Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) gibt. Seit dem sie in ihrer Kindheit eine besonders garstige Hexe niedergestreckt haben, sind sie im Hexenjägergeschäft. In Augsburg planen die Hexen jedoch etwas Großes, was auch die Geschwister anfangs nicht durch schauen....
UNSER SENF: Hänsel und Gretel war noch nie eine herzerwarmende Geschichte. Da werden zwei unschuldige Geschwister ausgesetzt und hinterlistig in ein Pädo-Hexenhaus gelockt. Und die alte Sabberhexe hat das aufwändige Zuckerhaus nur aus einem Grund gebaut: Sie will Hänsel mesten, backen und abschließend essen. Aber kein Problem: die Kinder stoßen die grausige Alte einfach selbst in den Ofen.
Die Geschichte war also noch nie etwas für Zartbesaitete. Aber Tommy Wirkola hebt das ehrwürdige Märchen auf ein ganz neues Level und macht kurzerhand einen feinen Splatter daraus. Wirkola könnte einigen bereits von der Horror-Komödie Dead Snow bekannt sein. Zombienazis erheben sich hier aus dem kalten Schnee Norwegens um unschuldige Urlauber zu zerlegen. Wer diesen Film im Hinterkopf hat, sollte sich bei Hänsel und Gretel Hexenjäger über nichts mehr wundern.
Der Film ist so derbe wie er lustig ist. Da fetzt es ein Körperteil nach dem anderen ab, oder den ein oder anderen zersprengt es gleich komplett. Da wird man Hexen gegenübergestellt, die auf dem Boden robben oder eingewickelt sind. Direkt daneben findet sich jedoch eine die tatsächlich ekelerregend aussieht.
Was die Schauspieler angeht, so sein wir ehrlich: Gemma Arterton und Jeremy Renner müssen eher dekorativ als schauspielerisch stark sein. Das liegt nicht daran, dass sie nicht in der Lage wären, sondern schlicht am Raum den ihnen das Drehbuch gibt. Den Charakteren fehlt es die Reihe durch an Tiefe und die einzelnen Schicksale berühren den Zuschauer wenig bis gar nicht.
Aber darum geht es ja auch gar nicht, denn verdammt sind die beiden cool! Da interessiert es nicht mal mehr, dass Hänsel mit unglaublich großen Schusswaffen durch die Wälder streift (Echt jetzt! Woher hätte man damals solche Riesenknarren haben sollen?). Das absolute Maximum an Coolness ist erreicht, wenn Hänsels Ausspruch ertönt: "Don't eat the fucking candy."
Wer nicht versteht, dass Wirkola den Inhalt seiner Filme nicht ganz so ernst nimmt und wer irrwitziges Abmetzeln mit absurd viel Blut nicht sehen kann, ist hier falsch. Aber wer Lust auf 88 Minuten Hau Drauf mit reichlich Witz hat, der kann einen Besuch wagen. Ärgerlich ist jedoch das unnütze 3D, wohinter definitiv nicht mehr als der Wunsch nach Gewinnmaximierung stand.
Ach übrigens: Die Moral von der Geschicht...die gibt es hier wohl irgendwie...nicht.
Fazit für Lesefaule: Hier rumpelts im Märchenwald. Wenn an mehr Märchenfilme so rangegangen werden würde, hätte ich nichts dagegen.
Steffi
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