Montag, 28. Januar 2013

Movie 43


Wer sollte sich den Film ansehen? Liebhaber heißer Schokolade, denn hier wird wirklich alles durch den Kakao gezogen.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer Späße auf Kosten anderer verabscheut und jedes Wort auf die Goldwaage legt, sitzt hier eindeutig falsch. 

Wissenswertes: Peter Farrelly soll auf die Idee des Titels Movie 43 gekommen sein, als er einer Unterhaltung zwischen seinem Sohn und dessen Freund zuhörte. Die beiden unterhielten sich begeistert über ein "obercooles" Internetvideo, das die Runde machte und Movie 43 heißen sollte. Als er der Sache auf den Grund ging, stellte sich heraus, dass es ein Onlinevideo unter besagtem Titel gar nicht gab. Und so wurde Movie 43 kurzer Hand zum Titel des Kinofilms. 

INHALT: Zwei Jugendliche laden ein selbstgedrehtes Video hoch und freuen sich darüber, dass die Zahl der Views ansteigt. Als sie erfahren, dass der jüngere Bruder des einen dahinter steckt und die Zahl nur fingiert ist, wollen sie sich rächen. Sie erzählen ihm von einem sagenumwobenen Video, das einen reich und glücklich macht, wenn man es sich bis zum Ende ansieht: Movie 43. Und so begeben sie sich im Internet auf die Suche danach und entdecken so mancherlei Unsinn.


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MEIN SENF: Movie 43 ist kein Film im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr eine Aneinanderreihung praller Sketche, die durch eine dünne Rahmenhandlung verbunden sind. Das klingt zunächst nicht allzu verlockend. Was ist das schon für ein Film, wenn es keine wirkliche Handlung gibt? Ein äußerst sehenswerter. Was anfangs zusammenhanglos wirkt, macht schon bald süchtig, denn jeder kurze Film ist für sich ein kleines Feuerwerk aus Lachern, sodass man den nächsten gar nicht mehr abwarten kann. Eines muss jedoch gleich klar gestellt werden: Das hier ist Humor der bitterbösen Art. Niveaulos, stumpfsinnig, politisch unkorrekt, voller Vorurteile, blutig und so gut wie immer unter der Gürtellinie. Ein Gag übertrifft den nächsten und wenn man sich denkt Böser kann es kaum noch werden, dann wird es genau das. Das Verrückte daran ist, dass unerwarteterweise bekannte Hollywoodgrößen an den anstößigen Sketchen mitwirken und ihren Sinn für schwarzen Humor bekennen. Wer hätte gedacht, dass die schöne Halle Berry sich dazu herablässt, einem blinden Kind vor den Augen seiner Familie die Geburtstagskerzen auszupusten, bevor es selbst dazu gekommen ist? Oder dass Anna Faris (Scary Movie) sich auch mal anschei**n lassen möchte? Selbst Kate Winslet, Hugh Jackman, Gerard Butler (Ja, er ist der kleine Kobold.), Uma Thurman, Naomi Watts, Justin Long, Richard Gere, Emma Stone und viele Weitere sind sich nicht zu Schade für diesen kurzweiligen Spaß. Keiner der Darsteller stößt an seine schauspielerischen Grenzen oder schöpft sein Potenzial voll aus. Hier legt garantiert niemand eine Glanzleistung ab, aber darum geht es hier auch gar nicht. Man sieht den Schauspielern dafür ihren Spaß an der Arbeit an und sogar Richard Gere nimmt sich hier selbst nicht ernst. Es ist mutig und befreiend, über alles lachen zu dürfen, ohne dass jemand pikiert mit dem Zeigefinger droht. Da macht sogar die falsche Werbung zwischendurch Spaß. Vielleicht sollte noch bemängelt werden, dass der Anspruch hier umsonst gesucht wird. Der Film hat keinerlei Tiefgang und ist kein künstlerisches Wunderwerk, aber das verspricht ja auch niemand. Dafür gibt es hier gute Laune und kurzweilige Unterhaltung fiesester Art.

Fazit für Lesefaule: Kopf ausschalten, ansehen, lachen.

Sophie

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