Montag, 19. November 2012

Breaking Dawn Part II



Wer sollte sich den Film ansehen? Team Edward, Team Jacob und Team Bella sollten diesen Film nicht verpassen. Auch alle anderen Fans der Twilight-Saga sollten sofort ins Kino stürzen und sich beißen lassen.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer grundsätzlich eine Abneigung gegen gepflegten Kitsch hat, wird die Leinwand förmlich triefen sehen. Wem die Filme bisher nicht gefallen haben, wird nicht eines Besseren belehrt und sollte vielleicht doch lieber in einen anderen Kinosaal wechseln.

Wissenswertes: Vampire und Werwölfe gibt es eigentlich gar nicht. Und es gibt noch eine weitere Neuigkeit, denn Breaking Dawn Part II ist vermutlich noch nicht das Ende. Regisseur Bill Condon möchte die beiden letzten Teile der Saga zu einem zusammenschneiden. Wir sind gespannt, wie sich der Plan zum Supercut entwickelt.

INHALT: Nach der Geburt von Renesmee verwandelt Bella sich in einen Vampir und ihr Glück scheint perfekt. Endlich ist sie mit ihrer großen Liebe Edward vereint. Doch leider machen die Volturi ihr einen Strich durch die Rechnung und Renesmees Leben ist plötzlich in großer Gefahr. Um den Volturi die Stirn zu bieten, müssen die Cullens ihre Freunde um Unterstützung bitten und so stürzt der Vampirkonflikt einem rasanten Finale entgegen. Was muss Bella diesmal alles opfern, um ihre Liebsten zu schützen?


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MEIN SENF: Zum Beginn muss ich beichten, dass auch ich einst vom Vampirfieber ergriffen wurde und es äußerst schwierig ist, dies wieder von sich zu schütteln. Ich bin also infiziert - und ja - auch ich habe die Bücher gelesen und alle Filme gesehen. Ich kenne also die Vorlage und weiß, dass selbst diese nicht wirklich viel Fleisch zum Verfilmen bietet. Ich mochte sie trotzdem. Die vorherigen Twilight-Filme sind nett und auch der letzte Film gliedert sich problemlos in diese Reihe ein. Bezüglich Stil und Anspruch gleichen sich die Teile sehr. Breaking Dawn Part II beginnt mit spektakulären Landschaftsaufnahmen wie wir sie schon aus den anderen Filmen kennen und setzt genau da an, wo der letzte Teil aufhört. Bellas rote Vampiraugen öffnen sich und ihr Leben als wunderschöner Vampir beginnt. Die Spezialeffekte sind wie immer schön anzusehen, bieten zwar nichts Neues, wirken dafür aber während des gesamten Streifens nie zu übertrieben. Die Vampire und ihre Fähigkeiten sowie die Werwölfe sind ansehnlich animiert. Positiv ist wohl auch, dass man nicht mehr so oft denkende Werwölfe hört wie in Part I. Dafür kriegt man wieder einmal Kristen Stewarts Frontzähne zu sehen, obwohl ich sagen muss, dass sich auch das verbessert hat. Zur schauspielerischen Leistung möchte ich mich sonst nicht allzu ausschweifend äußern. Sie haut das Publikum zwar nicht vom Hocker, für kreischende Mädchen mit Zahnspangen reicht es allemal und im Gegensatz zu den ersten Teilen hat sich Einiges getan. Die Schauspieler sind reifer und wirken erwachsener. Doch abgesehen davon stellt sich die Frage, ob der Film der Romanvorlage von Stephenie Meyer gerecht werden kann. Meiner Meinung nach kann er das. Ob nun Meyers Werke den Höhepunkt der Fantasyliteratur darstellen, sei dahingestellt und muss abgetrennt von der filmischen Umsetzung betrachtet werden. Breaking Dawn Part II bleibt seiner Vorlage treu, bis auf einige Actionszenen mehr, die aber dem amerikanischen Popcorn-Kino geschuldet sind und das ganze aufpeppen. So weit, so gut. Bleibt nun noch das Vorurteil, Twilight sei absoluter Kitsch. Diese These wurde von den vorherigen Twilight-Filmen bereits bestätigt und das Finale der Saga setzt diesem Vorurteil sein herzförmiges rosa i-Tüpfelchen auf. Seufzer, Schluchzer und "Oh wie schön"-Ausrufe untermalen das romantische Filmerlebnis. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es sich hierbei um einen absoluten Frauenfilm handelt (ohne die Männer, die die Filmreihe mögen, beleidigen zu wollen). Sachlich betrachtet bietet Breaking Dawn Part II nichts sonderlich Innovatives und kann weder mit Anspruch noch mit außergewöhnlich kunstvoller Umsetzung punkten. Es ist durch und durch Popcorn-Kino, sonst nichts. Als Vampir-Infizierte muss ich andererseits sagen, dass das Warten sich gelohnt hat. Wer die anderen Filme kennt und lieben gelernt hat, wird vom "epischen" Finale nicht enttäuscht werden. Ein paar Lacher gibt es auch (man beachte die Szene, in der sich Charlie und Jacob allein gegenüber stehen). Nett anzuhören ist übrigens auch der Soundtrack, der einem den typisch melancholischen Twilight-Sound bietet.
Ich betrat den Kinosaal also mit einiger Skepsis gemischt mit Vorfreude, aber gelangweilt habe ich mich zumindest nicht.

Fazit für Lesefaule: Nichts wie rein in den Kinosaal, wenn ihr sowieso Buch- und Filmfans der Saga seid. Alle anderen können sich auf kurzweiliges Vergnügen freuen, wenn sie wissen, was auf sie zukommt. Wer grundsätzlich nichts mit der Vampirromanze anfangen kann, sollte dann doch eher mit James Bond Vorlieb nehmen.
Sophie

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