Sonntag, 25. November 2012

DVD: Die Frau in Schwarz

INHALT: Der Anwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) wird in ein abgelegenes Dorf geschickt um den Nachlass einer verstorbenen Frau zu regeln. Dort hat er jedoch keinen angenehmen Aufenthalt, denn die dortigen Bewohner sind alles andere als gastfreundlich und versuchen mit aller Macht ihn los zu werden. Hinzu kommt, dass er von einer rachsüchtigen schwarzen Frau belästigt wird...




UNSER SENF: Für uns alle musste das Leben nach Harry Potter irgendwie weitergehen. Aber niemanden traf diese Zäsur so hart wie Daniel Radcliffe. Die Frau in Schwarz ist nun sein erster großer Film nach J.K.Rowlings Romanverfilmung. Passenderweise hat er sich dafür eine Rolle ausgesucht, die der von Harry Potter gar nicht so unähnlich ist. Ein Kostümfilm, in dem er sich einem dunklen Gegner gegenüber gestellt sieht und wieder handelt es sich um eine Romanverfilmung.
Als Arthur Kipps führt es uns in das seltsame Dorf und das 'gemütliche' Herrenhaus ein. Den meist furchtlosen, zwischen durch  auch etwas verstörten Anwalt weiß Radcliffe durchaus zu spielen.  Die zwei Dinge die er jedoch als Herausforderung an der Rolle gesehen hat, nämlich das es sich um einen älteren Charakter handelt und er einen Vater spielt, nimmt man ihm leider gar nicht ab.

Hätte er seinen Zauberstab mitnehmen dürfen, dann wäre er dieser Plage
vielleicht Herr geworden
Letztendlich zählt bei einem Horrorfilm jedoch die Geschichte und die Umsetzung. Die Frau in Schwarz ist ein klassischer Gothic-Horrorfilm. Die Geschichte beruht auf einen Roman aus dem Jahre 1983 und erzählt von einer schwarzgekleideten Frau, deren Rache die Kinder des Dorfes in den Tod treibt. Für ihr übertriebenes Verhalten gibt es natürlich eine Begründung, die wir hier aber nicht verraten werden. Die Geschichte ist zusammengefasst ganz nett und bietet dem Zuschauer die Möglichkeit Vermutungen anzustellen und mit zu raten was in diesem Dorf eigentlich vor sich geht.
Die verwendeten Schocker sind so alt wie das Film-Genre selbst und wissen trotzdem äußerst effektiv zu erschrecken. Der Regisseur hat das Setting bewusst sehr dunkel gestaltet, um zu erreichen, dass der Zuschauer in jedem Schatten und in jeder dunklen Ecke etwas zu sehen scheint. (Teilweise ist dort natürlich auch etwas...) Regisseur James Watkins bedient sich ganz klassischer Horror-Bilder, wie gruseligen Kindern, Puppen, Grabsteinen und dunklen, opulenten Räumen mit vielen schwarzen Ecken und auch wenn man es schon unzählige Male gesehen hat, erschreckt man sich doch trotzdem wieder. Während der Nacht die der Anwalt in dem alten Herrenhaus verbringt, war die Spannung beinahe nicht auszuhalten, weil einfach ein Schrecken auf den nächsten folgte. Der Film kommt ohne Splatterszenen aus und setzt nicht auf Ekelhorror, sondern will den Zuschauer mit eigenen Ängsten konfrontieren und einmal gründlich erschrecken. Wir müssen auch gestehen, dass uns danach etwas unwohl im Dunkeln war, was dem Film durchaus positiv anzurechnen ist.
Das Ende von Die Frau in Schwarz ist auch ganz nett und der Zuschauer lernt daraus: Rachsüchtigen Horrorfiguren sollte man nicht versuchen zu helfen, die sind sowieso niemals zufrieden.

DVD INFOS: Interviews mit Cast und Regisseur, Making-of Material

Steffi

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