Montag, 4. März 2013

Hänsel und Gretel Hexenjäger

Wer sollte sich den Film ansehen? Wer Lust auf etwas neues, skurriles und weder dramatisch noch ernstes hat. Wenn man die Dialoge und den Inhalt mal weglässt, so erinnert der Spieltrieb in der Ausübung des überzogenen Abmetzelns etwas an Tarantino.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer den Anspruch sucht und das Blut meidet.

Wissenswertes: Tatsächlich sollte der Film bereits im März 2012 veröffentlicht werden. Da Renners Auftritte in The Avengers und Bourne ihn jedoch in die Hollywood A-Liga schießen sollten, wartete man diese Bekanntheitssteigerung noch ab.
Der Film wurde in deutschen Wäldern und im Filmpark Babelsberg gedreht.

INHALT: In Augsburg gehen die Hexen um. Gut, dass es die Waisen Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) gibt. Seit dem sie in ihrer Kindheit eine besonders garstige Hexe niedergestreckt haben, sind sie im Hexenjägergeschäft. In Augsburg planen die Hexen jedoch etwas Großes, was auch die Geschwister anfangs nicht durch schauen....







UNSER SENF: Hänsel und Gretel war noch nie eine herzerwarmende Geschichte. Da werden zwei unschuldige Geschwister ausgesetzt und hinterlistig in ein Pädo-Hexenhaus gelockt. Und die alte Sabberhexe hat das aufwändige Zuckerhaus nur aus einem Grund gebaut: Sie will Hänsel mesten, backen und abschließend essen. Aber kein Problem: die Kinder stoßen die grausige Alte einfach selbst in den Ofen.
Die Geschichte war also noch nie etwas für Zartbesaitete. Aber Tommy Wirkola hebt das ehrwürdige Märchen auf ein ganz neues Level und macht kurzerhand einen feinen Splatter daraus. Wirkola könnte einigen bereits von der Horror-Komödie Dead Snow bekannt sein. Zombienazis erheben sich hier aus dem kalten Schnee Norwegens um unschuldige Urlauber zu zerlegen. Wer diesen Film im Hinterkopf hat, sollte sich bei Hänsel und Gretel Hexenjäger über nichts mehr wundern.
Der Film ist so derbe wie er lustig ist. Da fetzt es ein Körperteil nach dem anderen ab, oder den ein oder anderen zersprengt es gleich komplett. Da wird man Hexen gegenübergestellt, die auf dem Boden robben oder eingewickelt sind. Direkt daneben findet sich jedoch eine die tatsächlich ekelerregend aussieht.
Was die Schauspieler angeht, so sein wir ehrlich: Gemma Arterton und Jeremy Renner müssen eher dekorativ als schauspielerisch stark sein. Das liegt nicht daran, dass sie nicht in der Lage wären, sondern schlicht am Raum den ihnen das Drehbuch gibt. Den Charakteren fehlt es die Reihe durch an Tiefe und die einzelnen Schicksale berühren den Zuschauer wenig bis gar nicht.
Aber darum geht es ja auch gar nicht, denn verdammt sind die beiden cool! Da interessiert es nicht mal mehr, dass Hänsel mit unglaublich großen Schusswaffen durch die Wälder streift (Echt jetzt! Woher hätte man damals solche Riesenknarren haben sollen?). Das absolute Maximum an Coolness ist erreicht, wenn Hänsels Ausspruch ertönt: "Don't eat the fucking candy."
Wer nicht versteht, dass Wirkola den Inhalt seiner Filme nicht ganz so ernst nimmt und wer irrwitziges Abmetzeln mit absurd viel Blut nicht sehen kann, ist hier falsch. Aber wer Lust auf 88 Minuten Hau Drauf mit reichlich Witz hat, der kann einen Besuch wagen. Ärgerlich ist jedoch das unnütze 3D, wohinter definitiv nicht mehr als der Wunsch nach Gewinnmaximierung stand.
Ach übrigens: Die Moral von der Geschicht...die gibt es hier wohl irgendwie...nicht.

Fazit für Lesefaule: Hier rumpelts im Märchenwald. Wenn an mehr Märchenfilme so rangegangen werden würde, hätte ich nichts dagegen.

Steffi

Sonntag, 3. März 2013

Trailer

Das Kinojahr 2013 wird wieder Einiges bieten. Bekannte Geschichte werden uns mit Fortsetzungen beglücken, einige Fantasy-Liebesgeschichten werden den Markt fluten. Es wird geballert, gebliebt und geschockt werden.
Und zu dem letzten Punkt wollen wir euch drei Trailer vorstellen, die uns das Blut jetzt schon in den Adern gefrieren lassen.

Wie immer gibt es natürlich ein Remake. Leatherface kehrt zurück und hat - ist doch klar- seine Kettensäge dabei. Und das tolle: Das ganze gibt es in 3D um den Gewinn für die Produzenten zu maximieren.




Der Trailer zu Evil Dead verspricht, dass der Film furchtbar wird. Man kann nur hoffen, dass der Film nicht noch mehr Widerwärtiges als der Trailer bereit hält. Wir wissen nicht wie es euch geht, aber uns hat der Trailer verstört.




Und zum Abschluss gibt es noch die Megahollywood Produktion World War Z. Den Trailer haben wir euch zwar bereits gezeigt, aber an Brad Pitt als Zombiejäger muss man sich erst einmal langsam gewöhnen. Ob die Zombiereizüberflutung bald ein Ende haben wird? Wahrscheinlich nicht.




Ist was für euch dabei?

Flight

Wer sollte sich den Film ansehen? Ganz sicher gibt es sogar bei diesem Film den ein oder anderen, dessen Geschmack getroffen wird. Wer diese Person ist, mag ich mir jedoch beim besten Willen nicht vorstellen.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Unserem Auftrag als Movienerds folgend kann ich nur eins raten: Das Kinogeld lieber in einen anderen Film investieren!

Wissenswertes: Der Absturz ist inspiriert von einem wahren Ereignis. Die Alaska Airlines 261 war ebenfalls in einem extrem schnellen Sinkflug. Die Piloten versuchten damals ebenfalls den Sturzflug abzuwenden, in dem sie das Flugzeug umdrehten. Anders als im Film scheiterte das riskante Manöver jedoch.

INHALT: Captain 'Whip' Whitaker (Denzel Washington) bekommt eigentlich nichts auf die Reihe. Seine Ex-Frau und sein Sohn wollen nichts von ihm wissen, es sei denn es geht um finanzielles. Die Leere bekämpft er mit Alkohol und Drogen. Das einzige was er noch unter Kontrolle hat ist das fliegen: trotz 2,4 Promille landet er ein Flugzeug auf unglaubliche Art und Weise und rettet 100 Menschen das Leben. Aber seine Alkoholsünden sollen nicht ungesühnt bleiben...

 


UNSER SENF: Manchmal passiert es einfach. Hollywood schmeißt die Trailermaschinerie an und schon verschwendet man 138 Minuten seiner kostbaren Lebenszeit. So geschehen bei Flight. Ein ansehnlicher Trailer der ein spannendes Drama mit einem großen Konflikt verspricht und oben drauf gibts noch den großen Hollywoodschauspieler Denzel Washington.
Regisseur Robert Zemeckis hatte bisher eigentlich auch mit Forrest Gump und Cast Away Talent bewiesen.
Bei Flight geht die Rechnung jedoch überhaupt nicht auf. Die ersten 15 Minuten sind noch spannend, da sieht man einen Horror-Flugzeugabsturz und einen stockbesoffenen Piloten, der die Maschine auf spektakuläre Weise landet (nach Expertenmeinung jedoch total unrealistisch). Im Vergleich zum Flugzeug im Film, stürzt Flight leider total ab.
Vielleicht wäre der nötige Schritt ganz einfach gewesen: Den verstaubten zwei Stunden Streifen auf 90 Minuten runterbrechen. Aber Zemeckis ist nicht gerade bekannt für seine kurzen Filme (Cast Away: 143 min; Forrest Gump: 141 min). Und so sitzt man das ein oder andere mal ratlos da, mustert die Uhr und wundert sich, wie lange dieser zähe Kaugummi sich wohl noch ziehen kann. Drama der unschönen Art wird einem hier geboten mit lauter unnötigen Charakteren und einem unsympatischen Hauptdarsteller. Wie Denzel Washington für diese Rolle eine Oscarnomienierung erhalten konnte ist eigentlich das größte Rätsel von Flight. Man kann nur hoffen, dass die Erfolgsaussichten gering sind. Für jede Situation hat er sich für Pilot Whitaker die Allzweckwaffe ausgedacht: auf den Zähnen rumkauen und die Zunge in die Backe schieben. Seine Freundin verlässt ihn, er kaut. Er kann der Flasche nicht wieder stehen, Zunge in die Backe. Die Presse lauert ihm auf, kurz kauen und dann noch die Zunge in die Backe. Am Anfang wundert man sich noch über die schauspielerische 'Vielfalt'. Gegen Ende wird es lästig. (Ja, uns ist bewusst, dass das ein Zeichen von Kokainabhängigen ist, aber als Schauspieler sollte man sich nicht nur auf diese eine Mimik verlassen.)
Auch die Geschichte vermag nicht zu überzeugen. Das jede Wendung voraussehbar ist, kann man vielleicht noch verzeihen, aber das der Film teilweise an Washingtons Popcornstreifen Dejavu erinnert, nicht. Inhaltlich gibt es natürlich keine Parallelen, aber letztendlich passiert immer das gleiche: Er verspricht sich zu bessern, stürzt jedoch wieder ab und wieder und wieder. Das ganze wird natürlich durch ein 'überraschendes' Gutmenschfinale gekrönt.
Furchtbar anzusehen ist auch der Umgang mit Drogen. Da versucht man in einer Szene den Wahnsinn und die Zerstörungskraft von Drogen zu zeigen, nur um in der nächsten Szene witzig und unterhaltsam damit umzugehen. Nebenbei muss sich der Zuschauer außerdem mit ganzen drei Frauen in Whitakers Leben auseinander setzen. Eine Ex-Ehefrau, eine Affäre und eine Seelenverwandte die ebenfalls im Drogensumpf gefangen ist. Hätte man nicht so viele dramatische Baustellen aufgezogen, hätte man vielleicht die notwendigen 50 Minuten vom Film wegstreichen können.

Fazit für Lesefaule: Autsch! Große Hollywoodbruchlandung!

Steffi

Montag, 28. Januar 2013

Movie 43


Wer sollte sich den Film ansehen? Liebhaber heißer Schokolade, denn hier wird wirklich alles durch den Kakao gezogen.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer Späße auf Kosten anderer verabscheut und jedes Wort auf die Goldwaage legt, sitzt hier eindeutig falsch. 

Wissenswertes: Peter Farrelly soll auf die Idee des Titels Movie 43 gekommen sein, als er einer Unterhaltung zwischen seinem Sohn und dessen Freund zuhörte. Die beiden unterhielten sich begeistert über ein "obercooles" Internetvideo, das die Runde machte und Movie 43 heißen sollte. Als er der Sache auf den Grund ging, stellte sich heraus, dass es ein Onlinevideo unter besagtem Titel gar nicht gab. Und so wurde Movie 43 kurzer Hand zum Titel des Kinofilms. 

INHALT: Zwei Jugendliche laden ein selbstgedrehtes Video hoch und freuen sich darüber, dass die Zahl der Views ansteigt. Als sie erfahren, dass der jüngere Bruder des einen dahinter steckt und die Zahl nur fingiert ist, wollen sie sich rächen. Sie erzählen ihm von einem sagenumwobenen Video, das einen reich und glücklich macht, wenn man es sich bis zum Ende ansieht: Movie 43. Und so begeben sie sich im Internet auf die Suche danach und entdecken so mancherlei Unsinn.


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MEIN SENF: Movie 43 ist kein Film im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr eine Aneinanderreihung praller Sketche, die durch eine dünne Rahmenhandlung verbunden sind. Das klingt zunächst nicht allzu verlockend. Was ist das schon für ein Film, wenn es keine wirkliche Handlung gibt? Ein äußerst sehenswerter. Was anfangs zusammenhanglos wirkt, macht schon bald süchtig, denn jeder kurze Film ist für sich ein kleines Feuerwerk aus Lachern, sodass man den nächsten gar nicht mehr abwarten kann. Eines muss jedoch gleich klar gestellt werden: Das hier ist Humor der bitterbösen Art. Niveaulos, stumpfsinnig, politisch unkorrekt, voller Vorurteile, blutig und so gut wie immer unter der Gürtellinie. Ein Gag übertrifft den nächsten und wenn man sich denkt Böser kann es kaum noch werden, dann wird es genau das. Das Verrückte daran ist, dass unerwarteterweise bekannte Hollywoodgrößen an den anstößigen Sketchen mitwirken und ihren Sinn für schwarzen Humor bekennen. Wer hätte gedacht, dass die schöne Halle Berry sich dazu herablässt, einem blinden Kind vor den Augen seiner Familie die Geburtstagskerzen auszupusten, bevor es selbst dazu gekommen ist? Oder dass Anna Faris (Scary Movie) sich auch mal anschei**n lassen möchte? Selbst Kate Winslet, Hugh Jackman, Gerard Butler (Ja, er ist der kleine Kobold.), Uma Thurman, Naomi Watts, Justin Long, Richard Gere, Emma Stone und viele Weitere sind sich nicht zu Schade für diesen kurzweiligen Spaß. Keiner der Darsteller stößt an seine schauspielerischen Grenzen oder schöpft sein Potenzial voll aus. Hier legt garantiert niemand eine Glanzleistung ab, aber darum geht es hier auch gar nicht. Man sieht den Schauspielern dafür ihren Spaß an der Arbeit an und sogar Richard Gere nimmt sich hier selbst nicht ernst. Es ist mutig und befreiend, über alles lachen zu dürfen, ohne dass jemand pikiert mit dem Zeigefinger droht. Da macht sogar die falsche Werbung zwischendurch Spaß. Vielleicht sollte noch bemängelt werden, dass der Anspruch hier umsonst gesucht wird. Der Film hat keinerlei Tiefgang und ist kein künstlerisches Wunderwerk, aber das verspricht ja auch niemand. Dafür gibt es hier gute Laune und kurzweilige Unterhaltung fiesester Art.

Fazit für Lesefaule: Kopf ausschalten, ansehen, lachen.

Sophie

Mittwoch, 23. Januar 2013

Django Unchained

Wer sollte sich den Film ansehen? Wer zum Anfang des Jahres Lust auf großartige Schauspieler, viel Blut und eine Menge skurrilen Tarantino-Humor hat.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer Probleme mit Gewalt und Blut hat, der sollte Django Unchained genau wie alle anderen Tarantino Filme besser meiden.

Wissenswertes: Eigentlich wurde die Rolle des Django zuerst Will Smith angeboten. Der lehnte entgegen der Empfehlung seiner Berater ab.
Die Szene, in der Leonardo DiCaprio auf den Essenstisch haut, endete für ihn blutig. Er schnitt sich an einem zerbrochenen Glas, blieb jedoch in der Rolle und diese Szene wurde für den endgültigen Schnitt genutzt. Ein echter DiCaprio kennt eben keinen Schmerz.

INHALT: Der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz braucht die Hilfe des Sklaven Django um seine nächsten Ziele ausfindig zu machen. Nach erledigter Mission fühlt er sich für den nun freien Mann verantwortlich und hilft dessen Frau Broomhilda von dem Plantagenbesitzer Calvin Candy zu befreien.




MEIN SENF:  Das Quentin-Tarantino-Universum hat feste Größen. Übertrieben viel Blut spritzt, die Dialoge sind lang und schrammen haarscharf zwischen Schwachsinn und Kult hin und her und der tiefere Sinn geht so manchmal verloren auf der Suche nach einem möglichst absurden Cameo-Leinwandtod des Regisseurs selbst. Aber der Mann mit dem IQ von 160 und seine Filme sind nicht umsonst unsterblich.
Kaum jemand kann eine Geschichte so unterhaltsam inzenieren und selbst die bizarrsten Szenen bitterernst angehen. Das beginnt schon beim Soundtrack. Da kommt beispielsweise ein komplett deplatziertes Gangster Hip Hop Werk in einem Film, der im 19. Jahrhundert spielt und das Verrückteste ist, dass es perfekt passt.
Django Unchainend reiht sich nahtlos in die Tarantino Filmografie ein. Da werden Leichen zerschossen, bis auch der letzte Fleck weißer Wand blutgetränkt ist. Da kleidet sich ein schwarzer Sklave in einen blauen, barocken Hosenanzug und nimmt süße Rache. Da haben inzestöse Südstaatler Artikulationsschwierigkeiten. Aber eine neue Konstante hat sich scheinbar ins Tarantino-Universum gedrängt. Ein deutschsprachiger Schauspieler namens Christoph Waltz, der seit seiner Darstellung des Hans Landa in Inglorious Bastards die gegelten Hollywoodmimen alt aussehen lässt. Und auch wenn er als Nebendarsteller für Django gerade einen Golden Globe erhalten hat und außerdem für einen Oscar nominiert ist, ist er die eigentliche Hauptrolle des Films. Der Film wirkt wie um ihn herum drapiert und lebt und stirbt mit Waltz. Er spielt unkonventionell, ironisch und immer überlegen. Und es ist nicht irgendwer, den er hier an die Wand spielt. Jamie L. Foxx, Samuel J. Jackson und Kerry Washington liefern gute Leistungen ab und es ist erfrischend Leonardo DiCaprio mal nicht in einem Biopic zu sehen, sondern als schmierigen Bösewicht. Aber Waltz ist wie in Inglorious Bastards omnipräsent und einfach nur großartig. Der Oscar muss dieses Jahr wieder an ihn gehen.
Django Unchained ist nicht der kürzeste Film und verliert am Ende etwas an Fahrt und Spannung, aber der Film bietet so viele großartige Momente, dass man darüber sehr gerne hinwegsieht. Und wem es doch zu lang ist, der kann sich in der ersten Hälfte des Film auf eine der witzigsten Szenen aller Zeiten freuen.


Fazit für Lesefaule: Selten liegt der Duft von Kult so in der Luft wie bei Django Unchained. Sofort wird einem bewusst, dass das, was man da auf der großen Leinwand sieht, noch in Jahren zitiert und gehypt werden wird.
Steffi

Dienstag, 22. Januar 2013

Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger


Wer sollte sich den Film ansehen? Jeder, der noch an Wunder im Leben glaubt. Und natürlich alle, die ihren Augen ein buntes Feuerwerk gönnen wollen.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer sich an nicht ganz realistischen Geschichten stört.

Wissenswertes: Ein echter Tiger ist dank Computeranimationen so gut wie nie zu sehen. Lediglich einige Aufnahmen im Wasser zeigen tatsächlich einen Tiger.

INHALT: Pis (Suraj Sharma) Vater ist Zoobesitzer und will, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, nach Amerika auswandern. So wollen sie Indien mit einigen Zootieren auf einem Dampfer verlassen, das Schiff wird allerdings von einem Sturm erfasst und Pi findet sich als einziger Überlebender auf einem Rettungsboot wieder. Bald stellt er jedoch fest, dass es auch der Tiger Richard Parker auf das Boot geschafft hat.

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MEIN SENF: Ein Tiger und ein Junge in einem Boot. Na und. Diese Situation bietet nicht sonderlich viel Raum für eine Handlung, aber die Bilder sind vielleicht ganz hübsch. Scheinbar haben sich bereits viele eine festgefahrene Meinung zu Life of Pi gebildet, ohne den Film überhaupt gesehen zu haben. Das ist ziemlich schade, da der Film noch einiges mehr (neben dem Meer) zu bieten hat.
Zunächst zum Offensichtlichen: die hochgelobten Bilder. Ganz gerechtfertigt wird im Trailer fast arrogant mit grandiosen Aufnahmen angegeben. Es raubt einem tatsächlich fast den Atem, wenn Pi mit seinem Tiger über das Meer tuckert und seine Geschichte erzählt. Life of Pi ist auch endlich ein Film, für den es sich lohnt, die 3D-Brille aufzusetzen und ich will mich als 3D-Gegner nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber Der Hobbit ist ein kleines 3D-Lichtlein dagegen. Das ist aber nur meine subjektive Meinung. Bereits die farbenprächtigen Anfangsaufnahmen der Zootiere sind beeindruckend und lohnen einen Besuch. Spätestens, wenn der Sturm das Schiff in die Tiefe reißt, hat der Film einen in seinen Bann gezogen. Man befindet sich mitten im Geschehen und wundert sich nur, dass einem kein Wasser ins Gesicht spritzt.
Ganz klarer Star des Films ist Suraj Sharma, der mit seinen 19 Jahren erstaunlich authentisch spielt. Der einzige, der ihm gelegentlich die Show stiehlt, ist Richard Parker. Natürlich schimmert gelegentlich durch, dass der Tiger nicht ganz real ist, aber das vergisst man schnell.
Wer nicht glauben will, dass Pis Reise Erzählstoff bietet, der irrt. Das sensible Band, das sich langsam zwischen Pi und Richard Parker aufbaut, wird vor allem von den gemeinsam durchgestandenen Erlebnissen getragen und nicht zuletzt vom Kampf ums Überleben. Die Spannung zwischen den beiden Charakteren ist teilweise fast greifbar, denn jeden Moment droht die Situation zu kippen.
Was anfangs etwas befremdlich wirken kann, sind die fast menschlich wirkenden Gesichtszüge einiger animierter Tiere. Es erinnert unweigerlich an einen dieser Kinderfilme mit sprechenden Hunden. Dennoch ist Life of Pi alles andere als ein Kinderfilm, vielmehr ein buntes Märchen für Erwachsene und man sollte sich unvoreingenommen darauf einlassen.

Fazit für Lesefaule: Eine wunderschön anzusehende Geschichte um Hoffnung, Fantasie und den Glauben an sich selbst mit dem Hauch einer Moral.

Sophie

Dienstag, 15. Januar 2013

Und wer darf sonst noch auf den Oscar hoffen?


Bester Nebendarsteller

http://images.hitfix.com/photos/2387006/Alan-Arkin--Argo_gallery_primary.jpg Alan Arkin (Argo)
















http://images.contactmusic.com/images/m4vstill/silver-linings640.jpgRobert De Niro (Silver Linings)












http://themodernallegory.com/wp-content/uploads/2012/06/Philip-Seymour-Hoffman-The-Master.jpgPhilip Seymour Hoffman (The Master)








http://cdn1.screenrant.com/wp-content/uploads/Tommy-Lee-Jones-in-Lincoln-2012.jpgTommy Lee Jones (Lincoln)









http://cdn-images.hollywood.com/site/Django_620_122812.jpgChristoph Waltz (Django Unchained)













Beste Nebendarstellerin
 
http://www.aceshowbiz.com/images/still/the-master09.jpgAmy Adams (The Master)











http://dljh1964.files.wordpress.com/2012/09/article-2203102-1501ff21000005dc-276_634x387.jpgSally Field (Lincoln)










http://i.telegraph.co.uk/multimedia/archive/02434/Anne-Hathaway_2434635a.jpgAnne Hathaway (Les Misérables)
















http://thesevensees.com/wp-content/uploads/2012/10/The-Sessions-Hunt-bed.jpgHelen Hunt (The Sessions)









http://theimpactnews.com/wp-content/uploads/2012/11/SILVER-LININGS-CAR-MOMENT1.jpg
Jacki Weaver (Silver Linings)








Montag, 14. Januar 2013

Nominierte 2013 - Ein kleiner Überblick

Die Oscars stehen vor der Tür! Naja, ein paar Tage sind es noch bis zum 24. Februar, aber bis dahin ist reichlich Zeit für Spekulationen. Die Nominierungen stehen allerdings schon fest, und damit ihr nicht durcheinander geratet, hier  ein kleiner Überblick über die ersten Kategorien:

Die Nominierten in der Kategorie Bester Film sind
  • Argo
  • Beasts of the Southern Wild: Ein außergewöhnlicher Film um die kleine Hushpuppy, die mit ihrem Vater fern von allem in einer Bayou-Siedlung in Bathtub lebt. Als ihr Vater erkrankt und das Dorf von einer Naturkatastrophe zerstört wird, entführt uns das Mädchen in ihre Fantasiewelt, in der Klimawandel und 'Bestien der südlichen Wildnis' eine Rolle spielen.
  • Django Unchained: Tarantinos achter Film in Spielfilmlänge und seine spezielle Ode an den Western.
  • Liebe
  • Life of Pi
  • Lincoln: Geschichte à la Stephen Spielberg.
  • Les Misérables: Tom Hoopers Verfilmung des bekannten Musicals nach Victor Hugo.
  • Silver Linings
  • Zero Dark Thirty: Ein Film um die Verfolgung Osama Bin Ladens nach den Anschlägen am 11. September.


http://www.stockholmfilmfestival.se/sites/default/files/film_images/2012/beasts_of_the_southern_wild_press.jpg
Beasts of the Southern Wild


Beste Regie
Bester Hauptdarsteller
Beste Hauptdarstellerin
Benh Zeitlin
(Beasts of the Southern Wild)
Bradley Cooper
(Silver Linings)
Jessica Chastain
(Zero Dark Thirty)
Michael Haneke
(Liebe)
Daniel Day-Lewis
(Lincoln)
Jennifer Lawrence
(Silver Linings)
Ang Lee
(Life of Pi)
Hugh Jackman
(Les Misérables)
Emmanuelle Riva
(Liebe)
Steven Spielberg
(Lincoln)
Joaquín Phoenix
(The Master)
Quvenzhané Wallis
(Beasts of the Southern Wild)
David O. Russel
(Silver Lininngs)
Denzel Washington
(Flight)
Naomi Watts
(The Impossible)

Frohes neues Movie-Jahr!

Liebe Filmfreunde, nach einer längeren Weihnachts-, Silvester- und Krankheitspause melden wir uns endlich wieder zu Wort und es gibt einige Dinge nachzuholen. Fangen wir mit den verpassten Kinostarts an:

Kinostart 20. Dezember 2012

http://bc.viva.tv/pm7/jesus/img/header.jpgJesus liebt mich: Beruhend auf David Safiers gleichnamigem Roman verliebt sich Marie (Jessica Schwarz), auf der Suche nach dem Richtigen, in Jesus (Florian David Fitz) höchstpersönlich. Doch wird ihr diese Tatsache erst später klar, denn der seltsame Jeshua soll scheinbar die bevorstehende Apokalypse vorbereiten.



http://mockingjay.net/wp-content/uploads/2012/08/Pitch-Perfect-img-05.jpgPitch Perfect: Die Kinoleinwand kann von singenden und tanzenden Teenagern scheinbar nicht genug kriegen. Beca (Anna Kendrick) ist neu an der Schule und hat erst ihre Probleme, Anschluss zu finden. Dank ihrer Stimme wird sie jedoch schnell bei einer Mädchen-Acapella-Gruppe aufgenommen, die darauf sinnt, die Acapella-Meisterschaft zu gewinnen.



http://collider.com/wp-content/uploads/End-of-Watch-poster1.jpgEnd of Watch: Brian (Jake Gyllenhaal) und Mike (Michael Pena) sind zwei Polizisten aus L.A., die nicht nur beruflich sondern auch privat viel Zeit miteinander verbringen. Ihren Cop-Alltag zeichnen sie mit Videokameras auf. Als sie eines Tages auf eigene Faust einer Spur nachgehen, werden sie selbst zum Ziel der verfolgten Gangster.







Kinostart 27. Dezember 2012

http://mjcdn.motherjones.com/preset_16/red-dawn-2012-poster.jpgRed Dawn: Hübsche Jungs (und Mädchen) verteidigen in einem Dritten Weltkrieg ihre Heimatstadt. Hier wird bestimmt ein ums andere Mal die US-amerikanische Flagge geschwungen. Unter anderem mit Chris Hemsworth, Josh Hutcherson, Adrianne Palicki.




https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgGG_qMUiGZiXugQVlPst4ViepRdVfbyhxmhyphenhyphen8ciN8-Yv-K1gkQJXKhoe5ERwATdmz8rpSa3t_GIRGU8E6Gg26q0en6nDJRmHY17m69hyphenhyphenFc_7_u68WxMG1zpPB0DWSy6R8vPwAuGvcin7c/s1600/Life-of-Pi-2.jpgLife of Pi: Pi (Suraj Sharma) ist Sohn eines Zoodirektors, der mit seiner Familie und seinen Zootieren auf einem Dampfer nach Amerika auswandern will. Doch das Schiff gerät in einen Sturm und wird vom Meer verschlungen. Pi kann sich noch auf ein Rettungsboot retten, ist jedoch nicht der einzige Überlebende. Er teilt sich das Boot mit einem Tiger.



http://i3.kabeleins.de/polopoly_fs/alexandre-ajas-maniac-szene-elijah-wood-ascot-elitejpg-1356606257-1.205778!/httpImage/alexandre-ajas-maniac-szene-elijah-wood-ascot-elite.jpg_gen/derivatives/FORMAT_538_303/alexandre-ajas-maniac-szene-elijah-wood-ascot-elite.jpgAlexandre Ajas Maniac: Frank (Elijah Wood) gehört ein Geschäft für Schaufensterpuppen. Er ist ein schüchterner, unauffälliger Kerl, der allerdings gelegentlich Frauen auflauert, um sie zu töten und zu skalpieren. Als er die Fotografin Anna (Nora Arnezeder) kennenlernt, bahnt sich zwischen den beiden eine gefährliche Beziehung an. Das Original Maniac erschien bereits 1980 unter der Regie von William Lustig und gibt es aufgrund der vielen Gewaltszenen erst dieses Jahr ab 26. Februar bei uns in Deutschland auf DVD zu kaufen.


Kinostart 03. Januar 2013

http://cdn3.whatculture.com/wp-content/uploads/2012/12/Reacher_Intl_UK_Quad.jpg
Jack Reacher: Jack Reacher (Tom Cruise) ist ein knallharter Ex-Ermittler, der die Gerechtigkeit auf seine Art verteidigt. Fünf Menschen werden in einer Kleinstadt erschossen, die Beweise führen zu James Barr. Jack Reacher erscheint wieder auf dem Spielfeld, nachdem bei diesem scheinbar eindeutigen Fall der Hauptverdächtige nach ihm verlangt. Bei seinen Ermittlungen taucht Jack immer tiefer in die Verworrenheiten des Falls ein und schon bald wird klar, dass mehr dahinter steckt, als er bislang vermutete.


http://cdn.songonlyrics.com/soundtracks/wp-content/uploads/2012/10/Silver-Linings-Playbook-Soundtrack.jpgSilver Linings: Pat (Bradley Cooper) ist frisch von seiner Frau (Julia Stiles) geschieden. Er kommt mit diesem neuen Lebensumstand aber nicht zurecht und erleidet daraufhin einen Nervenzusammenbruch. Er zieht zu seinen Eltern (Jacki Weaver, Robert De Niro) und versucht alles, um sein altes Leben wieder herzustellen. Schließlich lernt er Tiffany (Jennifer Lawrence) kennen, die seit einiger Zeit Witwe ist und ebenfalls nicht wirklich mit ihrem Leben klar kommt. Obwohl die beiden sich anfangs weniger zugeneigt sind, entwickelt sich langsam eine Freundschaft zwischen ihnen.


http://www.graffitiwithpunctuation.net/wp-content/uploads/2012/11/the-sessions-movie-poster-slice.jpg
The Sessions - Wenn Worte berühren: Mark O'Brien (John Hawkes) leidet seit seiner Kindheit an Kinderlähmung und muss seine Zeit in einer Eisernen Lunge verbringen. Bewegungsunfähig, kann er dennoch Berührungen fühlen und ist mit 38 Jahren fest entschlossen, nachzuholen, was ihm bisher an körperlicher Nähe gefehlt hat. Er hofft auf Hilfe von der Sexualtherapeutin Cheryl (Helen Hunt), der er bald nicht nur körperlich näher kommt. Das Drama basiert auf einem autobiografischen Essay des Dichters Mark O'Brien.


Kinostart 10. Januar 2013


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Schlussmacher - Liebe ist nichts für Feiglinge: Paul (Matthias Schweighöfer) arbeitet für eine Berliner Agentur und nimmt seinen Auftraggebern unangenehme Gespräche ab: Er macht für sie mit deren noch-Partnern Schluss. Ein bestimmter Auftrag soll ihn auf seiner Karriereleiter aufwärts bringen. Dabei lernt er Toto (Milan Peschel) kennen, der ab sofort wie eine Klette an Paul klebt.




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Der Geschmack von Rost und Knochen: Ali (Matthias Schoenaerts) ist mittellos und kommt bei der Suche nach einem Obdach mit seinem Sohn bei seiner Schwester Anna an der Cote d'Azur unter. Er arbeitet als Türsteher und lernt bei einer Kneipenschlägerei die Waltrainerin Stéphanie (Marion Cottillard) kennen. Die beiden kommen sich mit der Zeit näher, bis ein Schicksalsschlag alles ändert. Stéphanie verliert bei einem Arbeitsunfall beide Beine.


http://heimatfilm.biz/wp-content/uploads/2012/05/HA_Plakat.jpgHannah Arendt: Die Reporterin Hannah Arendt (Barbara Sukowa) fährt im Rahmen eines Auftrages 1960 nach Jerusalem, um über den Eichmann-Prozess zu schreiben. Doch was sie schreibt, stößt größtenteils auf Ablehnung, da sie den angeklagten Nazi nicht als das personifizierte Böse betrachtet. Ihr soziales Umfeld wendet sich immer mehr von Hannah ab, doch sie macht weiter, um das Unerklärliche zu verstehen.

Montag, 17. Dezember 2012

Neu im Kino ab 13.Dezember

Mit etwas Verspätung wollen wir euch trotzdem noch darüber informieren, was letzte Woche im Kino anlief.

http://www.fuenf-filmfreunde.de/wp-content/uploads/2012/12/the-hobbit-poster-bilbo.jpgDer Hobbit - Eine unerwartete Reise: Mit der Hilfe von Bilbo Beutlin (Martin Freeman) und Gandalf (Ian McKellen) wollen die Zwerge ihr altes Zuhause zurück erobern, das vor einiger Zeit von einem Drachen beschlagnahmt wurde. Wir sehen, wie es Bilbo erging, bevor das gesamte Schicksal Mittelerdes in Frodos Händen lag - natürlich wieder in unvergesslichen Bildern. Lest euch auch unsere Kritik dazu durch.


Der Hobbit Trailer







http://www.promicabana.de/wp-content/uploads/2012/11/The-Oranges-Filmposter-Die-Tochter-meines-besten-Freundes.jpg
Die Tochter meines besten Freundes: Der Titel, den man scheinbar auch schon tausendmal gehört hat, sagt eigentlich schon alles: David Walling (Dr. House-Star Hugh Laurie) lebt mit seiner Frau (Catherine Keener) in einer bescheidenen Vorstadt, alles schein perfekt. Direkt nebenan wohnt Davids bester Freund Terry (Oliver Platt), der mit Cathy(Allison Janney) verheiratet ist. Die beiden haben eine Tochter, Nina (Leighton Meester), in die David sich natürlich verliebt. Eine fragwürdige Affäre beginnt, die das bodenständige Leben der beiden Familien ganz schön durcheinander bringt.

Die Tochter meines besten Freundes Trailer




http://www.upcoming-movies.com/posters/2012/october/great-expectations-movie-poster.jpg
Große Erwartungen: Nach Anna Karenina folgt nun eine weitere Klassikerverfilmung. Diesmal geht es um Dickens Große Erwartungen. Pip (Jeremy Irvine) ist Vollwaise und lebt in eher ärmlichen Verhältnissen, bis er eines Tages Erbe eines Vermögens wird. Woher es stammt, bleibt allerdings ein Geheimnis. Als reicher Mann darf er es nun wagen, seiner damaligen Flamme Estella, die aus gehobeneren Kreisen stammt, seine Liebe zu gestehen. Alles scheint sich zum Guten zu wenden. Das ändert sich, als sich Stück für Stück das schockierende Geheimnis um sein Erbe lüftet. Übrigens scheint sich hier der halbe Harry-Potter-Cast zu versammeln: Neben Regisseur Mike Newell wären da noch Robbie Coltrane, Helena Bonham Carter und Ralph Fiennes.


Große Erwartungen Trailer

Sonntag, 16. Dezember 2012

Der Hobbit 1: Eine unerwartete Reise

Wer sollte sich den Film ansehen? Jeder, der Peter Jackson, Tolkien und Mittelerde liebt. Und auch jeder andere sollte sich diesen großen Kinofilm nicht entgehen lassen.

Wer sollte sich den Film NICHT ansehen? Wer dieses Ereignis verpasst, der ist selber schuld.

Wissenswertes: Die Produktion der drei Teile verschlang mehr als eine halbe Milliarde Euro!

INHALT: Einst lebten die Zwerge unter dem einsamen Berg in unschätzbarem Reichtum. Dies endete, als der Drache Smaug sie aus ihrer Heimat vertrieb. Nun wollen die Zwerge ihr Reich zurückerobern und haben sich als Weggefährten Gandalf und den Hobbit Bilbo Beutlin ausgesucht.



MEIN SENF: Zehn Jahre ist es inzwischen her, dass Peter Jackson die Welt mit seiner Verfilmung der Herr der Ringe Trilogie in Atem hielt. Bis heute ist in meinen Augen keine Fantasy-Verfilmung dramaturgisch oder technisch besser gelungen. Kurz gesagt Der Herr der Ringe ist und war episch.
Leider vergleicht man den Hobbit zwangsläufig mit der Trilogie und darin könnte das einzige Problem liegen. Der Hobbit kann dem Vergleich nicht ganz standhalten und zwar aus folgenden Gründen:
1) Die Romanvorlage: Bei dem Herr der Ringe geht es um nicht weniger als das mögliche Ende von ganz Mittelerde. Scheitert Frodo, scheitern alle mit ihm. Beim Hobbit geht es knapp beschrieben um einen Haufen Zwerge, die zurück in ihren alten Berg wollen. Scheitern sie, so ist es auch nicht weiter tragisch für Restmittelerde.
2) Der Umfang. Der Herr der Ringe ist ein dreibändiges Epos. Der Hobbit hingegen ist ein einbändiges Kinderbuch. Wenn man ein solches Werk in insgesamt fast neun Stunden Film verwandelt, lassen sich kleine Längen nicht vermeiden.
3) Die Charaktere. Wer erinnert sich nicht, wie Aragorn zum ersten Mal seine Kapuze lüftete, Legolas bei seiner Ankunft in Bruchtal einen Adlerblick in die Kamera warf oder Eomer zum ersten Mal mit seinem Pferd ins Bild ritt. 13 Zwerge, ein Hobbit und ein alter Zauberer wirken im Vergleich dazu doch etwas weniger heroisch.
Wieso Der Hobbit trotzdem ein Wahnsinn ist: Es ist so schön wieder nach Mittelerde zurückzukehren. Die Bilder, die Charaktere und die fantastischen Abenteuer. Die diversen Verbindungen zu der Herr der Ringe Trilogie lassen jedem Fan das Herz aufgehen. Wenn wir zum Beispiel wieder Galadriel (Cate Blanchett), Elrond (Hugo Weaving), Frodo (Elijah Wood) oder den alten Bilbo (Ian Holm) sehen, der bekannte Soundtrack ertönt oder Gollum (der inzwischen dank des Fortschritts der Technik noch besser aussieht) mit sich selbst spricht. Andy Serkis hat sich übrigens endlich einen Oscar verdient. Was er aus der Figur des Gollum gemacht hat und wie er die Technik des Motion Capture prägt, ist beeindruckend. Er verleiht seinen animierten Figuren mehr Leben und Emotionen als so mancher Schauspieler.
Der Hobbit steht für all das, was Kino ausmacht. Großartige Bilder, tolle Schauspieler, Action, Emotionen, ein atemberaubender Soundtrack und 170 Minuten, die einem trotzdem kurz vorkommen. Popcorn-Kino im epischen Tolkienstil. Neben den Avengers ist der Hobbit das Größte, was das Kino dieses Jahr bieten konnte und kann. Es wäre beinahe eine Schande sich diesen Film auf der großen Leinwand entgehen zu lassen. An manchen Stellen mag man merken, dass einige Dialoge in die Länge gezogen worden sind, aber dann kann man immer noch die schöne Landschaft Neuseelands bewundern. Spätestens wenn die Zwerge das Lied über ihre Heimat singen, hat der Film es geschafft den Zuschauer mit zu reißen. Und auch die neuen Schauspieler sind ausgezeichnet gecastet. Martin Freeman als Bilbo Beutlin ist unglaublich sympathisch und auch die Zwerge sind eine illustre Truppe, allen voran Richard Armitage als Thorin Eichenschild, der sogar einem Zwerg Größe verleihen kann.
Auch zu der viel diskutierten neuen Technik wollen wir ein Wort verlieren. HFR ist der nächste Schritt nach Blu-Ray und HD und bedarf definitiv einer kurzen Eingewöhnungszeit. Anfangs wirkt das Bild wie ein 3D-Wackelbild, wie gar nicht gefilmt sondern komplett animiert. Aber hat man sich erst daran gewöhnt, dann macht die neue Technik richtig Spaß. Die doppelt so vielen Bilder pro Sekunde machen das Bild schärfer, was besonders in schnellen Szenen auffällt. Dadurch ist der 3D-Effekt auch deutlich angenehmer für das Auge. Vor allem scheint Peter Jackson auch ein sehr angenehmes Verständnis von 3D-Filmen zu haben. Es geht viel weniger darum, den Film aufzuwerten, mit kleinen Vögeln und Schmetterlingen die scheinbar auf den Zuschauer zu fliegen. Statt dessen wird der Film durch das 3D unterstüzt. Die wunderschönen Landschaften wirken unglaublich plastisch und auch die Tiefen sind gestochen scharf. Peter Jackson ist technisch also wieder einmal einen Schritt weiter gegangen, als andere es bisher getan haben.
Wer sich den Hobbit ansieht, der sollte die paar Euros für die 3D-Version und auch für die HFR-Technik unbedingt ausgeben. (Aber vorher informieren: Die neue Technik kann nicht in allen Kinos abgespielt werden!)
Fazit für Lesefaule: Wer Der Herr der Ringe liebt, der wird den Hobbit sehr gerne haben.
Steffi

Dienstag, 11. Dezember 2012

Trailer

Es wurden mal wieder einige neue Trailer auf den Markt geworfen. Drei davon können wir euch nicht vorenthalten:

Zuerst beginnen wir mit dem beinahe ausgestorbenen Genre des Western. Gore Verbinsky versucht den wilden Westen mit niemand Geringerem als Johnny Depp wiederzubeleben. The Lone Ranger nennt sich der Streifen und der von Depp verkörperte Indianer macht bereits im Trailer einen äußerst kultigen Eindruck.



Bei weiblichen Regisseuren hat man es ebenfalls mit einer bedrohten Art zu tun. Die Soska-Schwestern bilden dabei eine Ausnahme und ihre Horror-Streifen versetzen so manchen Mann in Angst und Schrecken. Ihr neuer Film American Mary lässt diverse Kritiker auf den Tischen tanzen. Der einminütige Trailer vermag es aber so Manchen zu verschrecken.



Der letzte Trailer widmet sich einer beinahe eingestaubten Helden-Figur. Superman ist zurück und im Gegensatz zum eher mittelmäßgen Auftritt des Helden aus dem Jahr 2006 sollen Regisseur Zack Snyder und Produzent Christopher Nolan es nun richten. Auch die Hauptrolle ist mit Henry Cavill charismatisch besetzt. Hier für euch der Man of Steel Trailer.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Hollywood News

Das Time Magazine hat die schlechtesten Filme des Jahres 'gekürt'. Noch vor Disneys Megaflop John Carter und damit auf Platz 1: Cloud Atlas. Ein europäischer Kritiker ließ dazu verlauten: "maybe the movie was too smart for American audiences". Ein gutes Zeichen setzt diese Platzierung definitiv nicht. Ein Film, der so leidenschaftlich durchgeboxt wurde und nur mit größter Kraftaufbringung der drei Regisseure verwirklicht werden konnte, verdient mindestens Anerkennung für den Mut. Immerhin handelt es sich um eine der größten Independent Produktionen aller Zeiten.
John Carter war übrigens eines der größten Verlustgeschäfte aller Zeiten. Bei geschätzten Kosten von 250 Miollionen Dollar konnte er gerade einmal knapp 75 Millionen Dollar für Disney einspielen.
Findet ihr die Plätze gerechtfertig?



Auch das Wirtschaftsmagazin Forbes hat eine Liste erstellt. Sie haben sich dabei den überbezahltesten Schauspielern Hollywoods gewidmet. Errechnet wird diese Liste aus den Filmeinnahmen pro bezahltem Dollar Gage.
Die Liste führt Eddie Murphy an. Für jeden bezahlten Dollar konnte er gerade einmal 2,30 US-Dollar einspielen. Das überrascht nicht wirklich, da sein letzter Kassenschlager doch lange zurück liegt.
Rang zwei geht an Katherine Heigl (Kiss & Kill), Rang drei an Reese Witherspoon (Das gibt Ärger), Platz vier Sandra Bullock (Extrem laut und unglaublich nah) und Jack Black (Gullivers Reisen – Da kommt was Großes auf uns zu) landet auf Platz 5.
Locken euch diese Schauspieler noch ins Kino oder sind die Platzierungen nicht ohne Grund wie sie sind?




Zum Abschluss wollen wir euch das erste Material zu Star Trek Into Darkness nicht vorenthalten. Das Filmposter kommt einem leicht bekannt vor (The Dark Knight Rises?) und auch der Teaser zum Trailer (dem momentanen Trailergebaren sollte man auch einmal einen Artikel widmen!!) zeigt sich von seiner Nolanischen Seite. Düster und mystisch wie Batman und dazu Schnitt und Soundtrack wie aus dem Prometheustrailer. Tja, wozu Innovation wenn man doch nutzen kann, was schon Erfolg hatte. Nichtsdestotrotz sind wieder tolle Schauspieler im Boot und als Star Trek Fan kann eh kommen was wolle, denn die Vorfreude ist schon längst geweckt.
Kinostar bei uns ist der 16.Mai 2013.


Mittwoch, 5. Dezember 2012

DVD: 50/50 Freunde fürs (Über)leben

"Niemand will mich vögeln. Ich seh aus wie Voldemort."

INHALT: Adam (Joseph Gordon-Levitt) ist 27 als bei ihm Krebs diagnostiziert wird. Seine Überlebenschancen stehen 50 zu 50. Weder er noch seine Freunde und Familie wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Die Geschichte beruht auf dem Leben von Drehbuchautor Will Reiser. Seth Rogen spielt nicht nur in 50/50 den besten Freund von Adam, auch im tatsächlichen Leben hat er Will Reiser bei seinem Kampf gegen die Krankheit begleitet.



UNSER SENF: Eine Sache haben Regisseur Jonathan Levine und ich gemeinsam: Wir beide mögen kurze Filme. Und so ist 50/50 ein kleiner, feiner Film, der eine herzerwärmende Geschichte erzählt und das ganze in kompakten 96 Minuten. Auch wenn Adams Krankheit die ganze Zeit präsent ist, so sind es doch eher die zwischenmenschlichen Beziehungen, die den Inhalt bestimmen. Frei nach dem Motto "Humor ist, wenn man trotzdem lacht", versucht Adams bester Freund Kyle (Seth Rogan) nicht nur Adam sondern auch sich selbst abzulenken. Bei solch einer Thematik besteht immer die Gefahr, dass der Film zu gefühlsduselig wird, oder ein ernstes Thema so ernst präsentiert wird, dass es einem noch Stunden schwer im Magen liegt. 50/50 meistert gekonnt den Spagat zwischen todernstem Thema und unglaublich witzigen Dialogen. So ist die witzigste Szene des Films zu einem der undenkbarsten Zeitpunkte. Adam bekommt seine erste Chemotherapie und erhält von den Mitpatienten selbstgebackene Haschkekse. Nach dem Verzehr einiger Kekse wirkt das Krankenhaus und seine Atmosphäre plötzlich ganz anders auf ihn. Die schönsten Momente liefert der Film wann immer Adam und Kyle aufeinander treffen oder wenn Adam mit seinen Freunden aus der Chemotherapie zusammen ist. Dass Drehbuchautor Will Reiser selbst eine Krebserkranung hatte, merkt man 50/50 positiv an. Der Krebs wird weder beschönigt noch dramatisiert, stattdessen einfach realistisch dargestellt.

Kyle (Seth Rogan) findet seine eigenen Ideen bei der
Ausführung teilweise gar nicht mehr gut.
Der Film erinnert vom Stil und Humor sehr an die Independent Produktion (500) Days of Summer, was zu großen Teilen sicher auch an Joseph Gordon-Levitt liegt. Sein Spiel ist so authentisch wie beruhigend und in seinem Gesicht spiegelt sich seine komplette Gefühlswelt wieder. Ein Schauspieler, dessen Ausstrahlung so angenehm ist, dass man ihm Stunden zu sehen könnte. Aber auch der Rest des Casts macht seine Sache gut. Eine Ausnahme ist vielleicht Anna Kendrick, bekannt aus der Twilight-Saga, die unsicher und gleichzeitig überdreht wirkt. 50/50 Freunde fürs (Über)leben ist ein ruhiger Film ohne Krawall, aber mit viel Gefühl. Durchaus sehenswert.

DVD-INFOS: Deleted Scences und The Story of 50/50

Steffi

Neu im Kino ab 06. Dezember



Anna Karenina: Die dritte Zusammenarbeit von Regisseur Joe Wright und Schauspielerin Keira Knightley und die 13. Verfilmung von Leo Tolstois Roman. Die junge Anna (Keira Knightley) ist  mit einem hochrangigen Regierungsbeamten (Jude Law) verheiratet, liebt in Wahrheit aber den Offizier Wronskij (Aaron Johnson). Das Drama ist also vorprogrammiert.

"Das also ist Liebe"








7 Psychos: Marty schreibt an einem Drehbuch, außer dem Titel 7 Psychos ist ihm aber noch nicht viel eingefallen. Sein erfolgloser Freund Billy verdient auf andere Weise sein Geld: Er entführt Hunde und gibt sie gegen Geld wieder bei ihren Besitzern ab. Als sie einen ganz besonderen Hund entfüren, rennen ihnen die Psychos die Bude ein. Mit dabei Colin Farrel, Woody Harrelson, Christopher Walken und ein Bond-Girl.

"Auge um Auge und die ganze Welt wird blind sein."

 
 
 
 
 
 
 
Ralph reicht's: Der Überraschungshit aus den USA: Ralph macht so einiges mit. Seit 30 Jahren ist er als Randale Ralph ein Videogame-Bösewicht. Doch nun reicht es ihm und er wechselt das Game. Sein plötzliches Verschwinden löst jedoch einige Probleme aus. Besonders witzig: Bösewicht-Selbsthilfegruppe.
 
"Ralph: Du sein Bösewicht. Aber das doch nicht muss heißen du auch böser Wicht."

Ralph reicht's Trailer

Sonntag, 2. Dezember 2012

Erste Stimmen zum Hobbit

Eigentlich war jede Berichterstattung nach der Hobbitweltpremiere untersagt. Aber ein Glück für uns bricht der Mensch Regeln gerne und so mussten einige Premierengäste ihre Eindrücke sofort twittern:

"The #Hobbit is great, but it feels like the extended version already!"
"everything I could have hoped for"
"#Hobbit Unexpected Journey world premiere was incredible! Gollum is amazing! Can't wait for the next film"

"Just saw #Hobbit. Having some serious frame rate envy. Amazing and involving. Loved it! And @ianmckellen118, my friend, you are brilliant"


Auch zur umstrittenen HFR-Technik wurde sich geäußert: "nach einer oder zwei Minuten des Gewöhnens, sticht die höhere Auflösung so ins Auge, als würde man zum ersten Mal HD-Fernsehen entdecken"
Für alle die sich auf nächste Woche einstimmen möchten, hier noch einmal die Trailer: (der erste Wermutstropfen sticht dabei direkt ins Auge, oder besser ins Ohr: Gandals Synchronstimme hat sich geändert, da der alte Synchronsprecher von Ian Mckellen leider verstorben ist.)
 
 
 

Freitag, 30. November 2012

DVD: The Road

"Jeder Tag ist eine Lüge. Ich spüre, dass ich langsam sterbe. Das ist keine Lüge.

INHALT: Ein Mann (Viggo Mortensen) hat nur ein Ziel: Seinem Sohn (Kodi Smit-McPhee) und sich das Überleben zu sichern. Das gestaltet sich in der postapokalyptischen Welt des Films allerdings nicht ganz so leicht. Alles ist tot und karg und Nahrung lässt sich kaum finden. Die einzige Hoffnung auf eine Zukunft sieht er in der Küste, zu der er mit seinem Sohn wandert, ständig in der Furcht, anderen Überlebenden als Nahrungsquelle zu dienen.



MEIN SENF: Der im Jahre 2010 erschienene Film ist zwar nicht brandneu, dafür aber gerade im Jahr des "Weltungergangs" (Ja, wir wissen, dass der Maya-Kalender 2012 eigentlich nur aufhört und kein Weltende weissagt, wie die Medien es auslegen.) aktueller denn je. Regisseur John Hillcoat verfilmte mit The Road den gleichnamigen Roman von Cormec McCarthy, der 2006 erschien. Der Schauplatz der Handlung ist eine karge graue Landschaft, die nach einem Brand, der fast alles Leben auf der Erde zerstörte, nur noch wenige Lebensnischen bereit hält. Den Grund für das Endzeitfeuer erfährt der Zuschauer nicht. Genauso bleiben der Hauptdarsteller und sein Sohn im Film namenlos. Doch das verdichtet die drückende Atmosphäre des Filmes und lässt die Geschichte umso realitischer wirken. Sowieso scheint der Endzeitfilm der Realität einer einsamen Zukunft sehr nahe zu kommen. Wenn es einen alles vernichtenden Brand geben sollte, könnte die Situation danach so trost- und perspektivlos aussehen wie hier. Der Streifen hält weniger Science-Fiction und Katastrophen-Szenarios parat, zeigt dafür mehr vom "Danach" und der menschlichen Psyche in einer solchen Situation. Zwar kein abgrundtiefer Trip in die Tiefen der menschlichen Seele, aber doch eine ansehnlich dargestellte Entwicklung des Menschen in Isolation und Angst. Ab und zu flimmert in Rückblenden auch Charlize Theron als Viggo Mortensens Frau über den Bildschirm. Schön anzusehen sind auch die postapokalyptischen fast malerischen Bilder der kalten leblosen Landschaft.

http://swurdin.com/wp-content/uploads/2010/07/the_road02.jpg
Da nicht sehr viel geredet wird, erhöht man die Wortzahl mit den Gedanken des Protagonisten aus dem Off. Viggo "Aragorn" Mortensen legt eine beeindruckene One-Man-Show aufs Parkett, wirkt gegen Ende allerdings doch arg paranoid, was wohl eher dem Charakter als seiner Schauspielkunst geschuldet sein dürfte. Der sonst nüchterne Film hat natürlich auch einige sentimentale Momente, besonders am Ende, die zwar ziemlich an Hollywood erinnern, es aber dafür schaffen, die Distanz zum Publikum zu brechen. Alles in allem bietet der Film kurzweilige und interessante anderthalb Stunden, in denen wir mal voller Mitleid, mal voller Ekel und Abneigung und dann wieder mit Verständnislosigkeit und Erleichterung auf den Bildschirm starren werden.
Sophie

Mittwoch, 28. November 2012

Neu im Kino ab 29. November

Silent Hill: Revelation 3D: Wer dachte, die Geschichte von der Stadt mit den tausend widerlichen Kreaturen wäre ausschöpfend geschildert, der irrt. In Silent Hill: Revelation gehts nochmal so richtig ab, mit mehr Monstern, jugendlichen Hauptdarstellern und das ganze in fettem 3D. Wen interessiert schon die Story, wenn mumienartige Krankenschwestern ihr Unwesen treiben?
"Die Finsternis kommt. Es ist sicherer drinnen zu sein."

Killing Them Softly: Zwei Gangsterneulinge mischen ein Pokerspiel auf und machen sich damit den Stadtuntergrund zum Feind. Diese organisiert den Vollstrecker Jackie Cogan (Brad Pitt) um die Angelegenheit zu bereinigen. Der Trailer verspricht deftige Dialoge und einer Gangsterfilm im guten, alten Stil.
"Ich töte sie gerne sanft, aus der Ferne..."
In ihrem Haus: Ein frustrierter Literaturlehrer ist fasziniert von dem Aufsatz einer seiner Schüler. Dieser schildert darin, wie er sich in das Haus und das Vertrauen einer Familie eines Mitschülers einschleicht. Getrieben von Neugier und Voyeurismus verstrickt sich der Lehrer immer mehr in das Leben der Familie und vermag den Unterschied von Fiktion und Realität des Schülers nicht mehr zu erkennen.
"Ich mache mich auf die Suche nach einem Schluss. Nach einem Schluss für meinen Lehrer."


The ABCs of Death Trailer

Es ist eine tödliche Filmanthologie: In The ABCs of Death zeigen uns 27 verschiedene Regisseure 26 Wege, zu Tode zu kommen. Dabei erhielt jeder Regisseur einen Buchstaben, für den er sich ein beliebiges Wort wählen konnte, das dann schließlich mit dem im Film gezeigten Tod zu tun haben musste. Daraus entstanden 26 Todeskurzfilme, die schließlich zu einem Ganzen zusammengefügt nächstes Jahr zu sehen sein werden. Wann genau, steht noch nicht ganz fest. Hier schonmal der Trailer:


Sonntag, 25. November 2012

DVD: Die Frau in Schwarz

INHALT: Der Anwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) wird in ein abgelegenes Dorf geschickt um den Nachlass einer verstorbenen Frau zu regeln. Dort hat er jedoch keinen angenehmen Aufenthalt, denn die dortigen Bewohner sind alles andere als gastfreundlich und versuchen mit aller Macht ihn los zu werden. Hinzu kommt, dass er von einer rachsüchtigen schwarzen Frau belästigt wird...




UNSER SENF: Für uns alle musste das Leben nach Harry Potter irgendwie weitergehen. Aber niemanden traf diese Zäsur so hart wie Daniel Radcliffe. Die Frau in Schwarz ist nun sein erster großer Film nach J.K.Rowlings Romanverfilmung. Passenderweise hat er sich dafür eine Rolle ausgesucht, die der von Harry Potter gar nicht so unähnlich ist. Ein Kostümfilm, in dem er sich einem dunklen Gegner gegenüber gestellt sieht und wieder handelt es sich um eine Romanverfilmung.
Als Arthur Kipps führt es uns in das seltsame Dorf und das 'gemütliche' Herrenhaus ein. Den meist furchtlosen, zwischen durch  auch etwas verstörten Anwalt weiß Radcliffe durchaus zu spielen.  Die zwei Dinge die er jedoch als Herausforderung an der Rolle gesehen hat, nämlich das es sich um einen älteren Charakter handelt und er einen Vater spielt, nimmt man ihm leider gar nicht ab.

Hätte er seinen Zauberstab mitnehmen dürfen, dann wäre er dieser Plage
vielleicht Herr geworden
Letztendlich zählt bei einem Horrorfilm jedoch die Geschichte und die Umsetzung. Die Frau in Schwarz ist ein klassischer Gothic-Horrorfilm. Die Geschichte beruht auf einen Roman aus dem Jahre 1983 und erzählt von einer schwarzgekleideten Frau, deren Rache die Kinder des Dorfes in den Tod treibt. Für ihr übertriebenes Verhalten gibt es natürlich eine Begründung, die wir hier aber nicht verraten werden. Die Geschichte ist zusammengefasst ganz nett und bietet dem Zuschauer die Möglichkeit Vermutungen anzustellen und mit zu raten was in diesem Dorf eigentlich vor sich geht.
Die verwendeten Schocker sind so alt wie das Film-Genre selbst und wissen trotzdem äußerst effektiv zu erschrecken. Der Regisseur hat das Setting bewusst sehr dunkel gestaltet, um zu erreichen, dass der Zuschauer in jedem Schatten und in jeder dunklen Ecke etwas zu sehen scheint. (Teilweise ist dort natürlich auch etwas...) Regisseur James Watkins bedient sich ganz klassischer Horror-Bilder, wie gruseligen Kindern, Puppen, Grabsteinen und dunklen, opulenten Räumen mit vielen schwarzen Ecken und auch wenn man es schon unzählige Male gesehen hat, erschreckt man sich doch trotzdem wieder. Während der Nacht die der Anwalt in dem alten Herrenhaus verbringt, war die Spannung beinahe nicht auszuhalten, weil einfach ein Schrecken auf den nächsten folgte. Der Film kommt ohne Splatterszenen aus und setzt nicht auf Ekelhorror, sondern will den Zuschauer mit eigenen Ängsten konfrontieren und einmal gründlich erschrecken. Wir müssen auch gestehen, dass uns danach etwas unwohl im Dunkeln war, was dem Film durchaus positiv anzurechnen ist.
Das Ende von Die Frau in Schwarz ist auch ganz nett und der Zuschauer lernt daraus: Rachsüchtigen Horrorfiguren sollte man nicht versuchen zu helfen, die sind sowieso niemals zufrieden.

DVD INFOS: Interviews mit Cast und Regisseur, Making-of Material

Steffi